Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Das Ehepaar Paul und Franca Salamun stiftet vor seinem selbstbestimmten Tod eine stille Konspiration der Liebe. Eingeweiht werden zunächst nur die Söhne und deren Frauen. Der Sohn Luca Salamun - selbst Vater eines neunjährigen Kindes - spürt der Vergangenheit nach. Nachdem er vor Jahren den Kontakt zu den Eltern fast abgebrochen hat, versetzt er sich nun umso intensiver in die Lage seines Vaters, eines Bridgemeisters und Mathematikers, der mit 75 Jahren nach einem Krebsbefund beschlossen hat, sich nicht operieren zu lassen. Luca versucht, auch seine Mutter zu verstehen, die ein Geheimnis mit sich trägt, das sie nicht preisgeben will. Welche Gedanken gehen dem frei gewählten Doppel-Tod voraus? Und wie reagieren die Hinterbliebenen?
Der Vater Paul Salamun lässt im winterlichen Engadin während der letzten Wanderung mit seiner Frau Franca sein Leben Revue passieren. Schlemm, der Kontrakt, bei dem der Bridgespieler zwölf Stiche machen muss, stellt ein Ziel in seinem Denkgebäude dar. Luca hofft, die Beweggründe Pauls und Francas zu begreifen, um seiner Tochter eines Tages erklären zu können, was mit den Großeltern geschehen ist. Doch zu seiner Überraschung entdeckt er, dass er selbst Teil der elterlichen Verschwörung ist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.11.2006
Dieser Roman packt das schwierige Thema der Sterbehilfe an und hat deshalb für Debatten gesorgt, weiß Thomas Kraft, den das Buch berührt und begeistert hat. Nicola Bardola erzählt darin von einem Ehepaar, das sich wegen einer Krebserkrankung zum Freitod entschließt, und von den Auswirkungen, die diese Entscheidung auf ihre Kinder hat. Er ist sehr beeindruckt von den unsentimentalen, dabei sehr eindrucksvollen Schilderungen des Autors. Gleichzeitig plädiert er leidenschaftlich dafür, diesen Roman nicht nur als einen Kommentar zu einem hochaktuellen Thema wahrzunehmen, sondern ihn auch als berückendes literarisches Werk zu würdigen, das bewegt und zum "Nachdenken" anregt und zudem auch in der Form besticht.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.08.2006
Nicola Bardolas Roman "Schlemm" hat Rezensentin Angelika Overath ebenso beeindruckt wie verstört. Die Umsetzung des Themas, es geht um den selbstbestimmten Tod, für den sich ein Ehepaar nach der Krebsdiagnose des Mannes entscheidet, hält sie für überaus gelungen. So beklemmend sie die Geschichte um das vernünftig geplante Sterben der Eheleute findet, so berührend scheint ihr das "hilflos-leise" Psychodrama der zurückbleibenden Familienmitglieder, der Söhne und ihrer Frauen, das der Autor aufmerksam und genau beschreibt. Bardolas Roman ist für Overath "gute Literatur", die sensibilisiere und den Horizont offen halte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.12.2005
Die in der Schweiz angesiedelte Geschichte, in der vom geplanten Tod eines älteren Paares erzählt wird, hat einen großen Eindruck auf Rezensentin Laura Weißmüller gemacht. Das liegt ihrer Meinung vor allem daran, wie zurückhaltend der Autor seine Protagonisten einführt und "gerade damit dem Leser nahe bringt". Zudem ist er beeindruckt davon, wie gezeigt wird, dass doch jeder auf seine ihm eigene Weise stirbt. Nicola Bardola schafft es in den Augen von Weißmüller, dieses schwierige Thema mit Traurigkeit, aber ohne Pathos und stilistisch stimmig aufzubereiten: "Fast drehbuchartig beschreibt er Schlüsselmomente der Familie, begleitet die Charaktere wie ein versteckter Kameramann, nie wertend, immer beobachtend."
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







