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Paul Celan, Peter Szondi
Paul Celan - Peter Szondi: Briefwechsel
Klappentext
Herausgegeben von Christoph König. Mit Briefen von Gisele Celan-Lestrange an Peter Szondi und Auszügen aus dem Briefwechsel Peter Szondi und Jean und Mayotte Bollack. "Noch von den 'Besten' wird der Jude - und das ist ja nichts als eine Gestalt des Menschlichen, aber immerhin eine Gestalt - nur allzu gerne als Subjekt aufgehoben und zum Objekt pervertiert", schreibt Paul Celan im Jahr 1961 an Peter Szondi. Der Dichter und der Literaturwissenschaftler hatten einander 1959 in Paris kennengelernt. Sie wechselten - von Zürich, Berlin, Göttingen und Paris aus - bis zu Celans Tod im Jahr 1970 über 150 Briefe, Postkarten, Telegramme und Widmungen, die nun erstmals vollständig und kommentiert vorliegen. Die Goll-Affäre, in der Szondi Celan entschieden verteidigte, ihrer beider Judentum, Celans Depression und das Verständnis von Celans Gedichten, vor allem aber die ethischen Ansprüche, die Szondis literarischer Hermeneutik zugrunde liegen - das alles kommt zur Sprache.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2006
"Schön, sorgfältig und mit einem erschöpfenden Kommentar" sowie einem Nachwort versehen sei die Ausgabe des Briefwechsel zwischen dem Literaturwissenschaftler Peter Szondi und dem Dichter Paul Celan, lobt der Rezensent Hans-Heribert Räkel. Mehr als dreißig Jahre nach dem Selbstmord Celans und Szondis dokumentierten die Briefe den Austausch zweier komplexer Persönlichkeiten als eine "eigentümliche Mischung von Anziehung und Zurückweisung, von Sympathie und Misstrauen." Paul Celans Lyrik habe auf Peter Szondi eine Anziehungskraft ausgeübt, die ihn schließlich nicht nur seine wissenschaftlichen Urteile in Zweifel ziehen ließen, sondern auch eine psychische Erschütterung zur Folge hatten. Dass der Briefwechsel auch spannend zu lesen sei, liege an an den Kommentaren zusätzlicher Personen, vor allem des Ehepaars Bollack, dass in engem Kontakt mit Peter Szondi gestanden habe. Editorische komplettiere die Ausgabe nun auch die zeitgleich erscheinende Prosa aus dem Nachlass Celans, vermerkt der Rezensent, und weist abschließend auf eine sich "übermächtig entwickelnde Celan-Philologie" hin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2006
Angesichts der großen Bedeutung des Werkes von Paul Celan für Peter Szondis wissenschaftliche Arbeit ist die poetologische und philologische Ausbeute dieser Korrespondenz Rezensentin Beate Tröger zufolge eher gering. Der Briefwechsel beschränkt sich, wie wir lesen, "meist auf konkrete berufliche Situationen und Ereignisse". Sein Ton wird als "häufig verhalten", der Brieffluss als immer wieder "stockend" beschrieben. Zentral sei in den Briefen die "sogenannte Goll-Affäre", bei der Celan sich gegen Plagiatsvorwürfe der Goll-Witwe verteidigen musste und der noch junge Szondi ihn öffentlich in Schutz genommen habe. Aufschlussreich machen den Band in den Augen der Rezensentin deshalb besonders die Zusatzdokumente im Anhang der Korrespondenz. Hier nämlich lenkt ein kurzer Briefwechsel zwischen Szondi und Jean Bollack, einem gemeinsamen Freund, die Aufmerksamkeit auf Celans "instabile psychische Verfassung".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.12.2005
Der Briefwechsel des Literaturwissenschaftlers Peter Szondi mit dem Lyriker Paul Celan ist vor allem das "Zeugnis einer Freundschaft" zweier Holocaust-Überlebender, erklärt Alexander von Bormann. Bis zu ihrem Freitod 1970 bzw. 1971 tauschten sich Celan und Szondi über Termine, Begegnungen und Lektüreerfahrungen aus und ließen dabei nur selten die "Tiefe der Probleme" aufscheinen, die eher "verdeckt" in den Briefen vorkommen, wie Bormann feststellt. Neben der Korrespondenz der beiden Freunde enthält der Band auch Briefe des befreundeten Ehepaars Jean und Mayotte Bollack, die der Rezensent als ebenso "unentbehrlich" preist wie den ausführlichen, "hochinteressanten" Anmerkungsapparat von Herausgeber Christoph König, in dem alle in den Briefen vorkommende Namen und Hintergründe erläutert werden. Auch das Nachwort lobt Bormann als "kundig" und findet darin vor allem deutlich gemacht, wie "empfindlich und präzise" die Korrespondenzpartner "aufeinander reagierten", wie sich z. B. anhand der gegen Celan gerichteten Rufmord-Affäre um Karl Goll zeigt. Besonders beeindruckt haben den Rezensenten die Briefe aus den 60er Jahren, aus denen er, wie er schwärmt, am liebsten "alles zitieren möchte". Insgesamt preist er den Band als ein "wichtiges" Stück "Literatur- und Zeitgeschichte", das "berührt".
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