Herausgegeben von Peter Heidenwag; mit Textbeiträgen von Peter Heidenwag, Jan Verwoert und Johann Feilacher (deutsch/englisch). Die Briefe von Harald Stoffers können unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Alltägliche Notizen werden in einem konzeptionellen Verfahren wie Noten auf Notenpapier festgehalten. Das Ergebnis eines psychophysischen Akts ist in einer zusammenhängenden Oberfläche aufgespannt, die als materielle Signatur Stoffers' verstanden werden kann. Er kombiniert visuelle und signifikante Merkmale einer individuellen Sprache im Rahmen eines nach eigenen Regeln entworfenen Spiels, an das der Rezipient anschließen, Regeln nach eigenem Ermessen erwägen und somit eine Reflexion von Gebrauch und Reglement von Sprache erfahren kann. Entworfen an verschiedenen Orten verbindet der Brief als Notizbuch und Kalender räumliche und zeitliche Modi miteinander: ein Modell der Geschichte Stoffers'.
Der Rezensent Gerd Bauder findet große Worte für die Arbeiten des autistischen Künstlers Harald Stoffers. In seinen Augen "vergewissern seine Briefe den Betrachter dessen, was Kunst so magisch macht: des Wahrhaftigen in ihr." Bauders Meinung nach hat der Künstler einen eigenen "authentischen Ausdruck" gefunden - vielleicht weil er ausreichend Distanz zum Kunstbetrieb hat und hält. Stoffers Kunst besteht aus aufwendig produzierten Briefen, die den Rezensenten an expressionistische Grafiken erinnern und die alle demselben Schema folgen: "Die Verfeinerung, die Neuinterpretation und das Umspielen des immer gleichen Motivs oder Bildes".
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