Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gustav Seibt

Canaletto im Bahnhofsviertel

Kulturkritik und Gegenwartsbewusstsein

Cover: Canaletto im Bahnhofsviertel

zu Klampen Verlag, Springe 2005
ISBN-10 3934920764
ISBN-13 9783934920767
Gebunden, 208 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Sämtliche hier versammelten Essays ob zu Borchardt, Nietzsche, Weber, Thomas Mann oder zum deutschen Bildungsbürger stellen sich der Frage nach Abhängigkeit und Autonomie geistiger Leistung und nach dem Zusammenhang von Freiheit und Geschichtsbewußtsein. Ergänzt werden sie durch autobiografisch geprägte Miniaturen und amüsantabgründige Einblicke in das Leben einer nicht nur architektonisch zerrissenen Hauptstadt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.01.2006

Viel kann Rudolf Walther mit Gustav Seibts Essays nicht anfangen. Schon das Vorwort und die ersten zwanzig Seiten über das Leben in Berlin findet er ärgerlich. Hier gehe Seibt unter sein Niveau, strebe eine unerreichbare Ganzheitlichkeit an und werfe anderen Werken ihre Bruchstückhaftigkeit vor. Seibt reihe krampfhaft "Kalauer an Kalauer" und bringe nicht wirklich neue Erkenntnisse. Von "Parallelwelten" wisse man schließlich schon seit der Antike, schimpft Rudolf Walther. "Wer sich so weit aus dem Fenster hängt, kann nur hinausfallen ins rundum Flache". Doch in einigen der 14 Glossen, die in den letzten zwölf Jahren in verschiedenen deutschen Zeitungen und Zeitschriften erschienen sind, zeige der Autor, dass er auch anders kann. Die Charakterisierung Petrarcas als "moralisierenden Literaten und Weltfremdling" lobt der Rezensent immerhin als "treffsicher". Das abschließende Selbstporträt wiederum verdirbt Walther die zart aufkeimende gute Laune schon wieder.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2005

Aus Sicht des Rezensenten geht Gustav Seibt in seinen kulturkritischen Essays eine Art Dritten Weg der "Spielräume" zwischen den negativistischen und affirmativen Extremen. Phänomene wie die Love-Parade würde Seibt auch darum nicht einfach verdammen, weil er um vergleichbare "zivilisatorische Zustände" wisse und Kulturkritik nie ohne "historische Perspektive" betreibe. Dagegen biete der Autor, so Rezensent Joachim Güntner, einige Überraschungscoups gegen Zustände einer vermeintlichen Hochkultur. Petrarca werde beispielsweise als "intellektueller Hysteriker" beschrieben, oder der heutige Kunstbetrieb und sein Diskurs als "scholastisch" und "aufgeschäumt". Trotz aller Bewunderung für die "Schatzkammern des Wissens" des Autors, "dieses spätmodernen Bildungsbürgers", weist der Rezensent gleichwohl auf dessen Fähigkeiten "zum Angeber" hin. Ein Mann wie Gustav Seibt, konzediert Güntner, habe dazu aber allemal "das Recht".

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren