Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Abdelhakim Kassem

Die sieben Tage des Menschen

Roman aus Ägypten

Cover: Die sieben Tage des Menschen

Lenos Verlag, Basel 2005
ISBN-10 3857873620
ISBN-13 9783857873621
Gebunden, 300 Seiten, 22,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Am Ende muss die Büffelkuh verkauft werden, die lange Jahre die Familie üppig mit Milch versorgt und das Schöpfrad gedreht hat. Nun hat sie sich das Bein gebrochen und ist nicht mehr zu gebrauchen. Ähnlich scheint es den Mitgliedern der Runde, den Brüdern der mystischen Gemeinschaft, zu gehen, die ein Leben miteinander geteilt haben. Am Schluss des Buches ist ihre Zeit abgelaufen: die Zeit, als sich die Männer allabendlich in Hagg Karîms Gästehaus einfanden. Die Zeit, als der feste Glaube an das Wirken des Heiligen, des Sajjid Achmad Badawi, das Leben meistern half. Die Zeit, als die Wärme der Gemeinschaft die Existenz jedes einzelnen bereicherte. Die Zeit, als der Weltblick sich auf Dorf und Provinzhauptstadt begrenzte. Die Zeit schließlich, als der Vater noch beinahe vorbehaltloses Vorbild war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005

In diesem 1969 zum ersten Mal erschienenen Roman schildert der ägyptische Autor Abdelhakim Kassem das Leben einer verarmten sufischen Dorfgemeinschaft aus der Perspektive des heranwachsenden Abdelasis, erklärt der zutiefst beeindruckte Rezensent Ludwig Ammann. Es sei "einzigartig", wie eindringlich Kassem den "seelischen Reichtum" des sufischen Weges dem Leser vergegenwärtige. Doch werde klar, dass dieses vom Glauben durchwirkte Leben dem Untergang geweiht ist. Die Entfremdung vollziehe sich schon beim jungen Abdelasis, der nachdem er als Schüler und Student in die Stadt gezogen ist, nur noch "hochnäsigen und besserwisserischen" Ekel vor der Armut seines Heimatortes empfindet. Wie es schließlich doch zu einer Umkehr am Sterbebett des Vaters kommt, beschreibe Kassem mit einer unvergesslichen "Aufmerksamkeit für feinste Regungen des Inneren" und, so das hingerissene Schlußwort des Rezensenten, mit "grandiosen Kadenzen" die abermals die "einzigartige Seelenkultur der Sufis" beschwört.

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