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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Katalanischen von Angelika Maass. In seinem Roman entführt Albert Sanchez Pinol den Leser auf eine ferne Insel. Ein einsamer Leuchtturm, ein verwirrter Leuchtturmwärter, der neue Meteorologe, der hier am Ende der Welt Zuflucht sucht. Doch die Stille täuscht, denn Nacht für Nacht wird der Leuchtturm von unheimlichen Wasserwesen angegriffen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2006
Der Rezensent Ulrich Baron scheint die Gruselszenarien, die Albert Sanchez Pinol in seinem Romandebüt entwirft, alles in allem recht überzeugend zu finden - auch wenn der Autor mit den herkömmlichen Mustern des Horrorromans bricht, indem er dem Schrecken recht früh ein konkretes Gesicht gibt. Sowieso geht es in Pinols Roman nach Einschätzung des Rezensenten eher darum, was die Angst vor dem Fremden mit dem macht, der an ihr leidet, als um klassische Angstszenarien. Dementsprechend steckt die Insel, auf die es den Protagonisten verschlagen hat, ebenso wie die Romanhandlung voller Überraschungen: "Liebe und Grausamkeit, Hass und Sympathie können jederzeit ineinander umschlagen, Identitäten auch." Nur der deutsche Titel des Romans ist nach Barons Meinung ein Schwachpunkt, der eindeutig falsche Erwartungen weckt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.05.2006
So richtig weiß der Rezensent Uwe Stolzmann nicht, wo Albert Sanchez Pinol mit seinem zweiten Roman, einem mit Metaphorik beladenen, "kammerspielartigen Albtraum" hin will. Auf handwerklicher Ebene ist der Roman seiner Meinung nach zwar durchaus gelungen: Sprachlich ist die Erzählung "knapp und elegant", auch die Figurenzeichnung überzeugt den Rezensenten. Nur mit Handlung und Handlungsrahmen ist Stolzmann nicht einverstanden und befürchtet, dass der Autor vielleicht an den "Geschmack der Menge" andocken will. Denn seiner Meinung nach handelt es sich eindeutig um ein "Remake klassischer Muster", die schon Joseph Conrad oder Robert Louis Stevenson etabliert haben. Zudem missfällt ihm, dass Pinol seine Geschichte mit großem Eifer selbst deutet und zwar gleich doppelt: "psychologisch und als Metapher". Damit hat er sein Anliegen überfrachtet und zu plakativ dargestellt: "Wie in einer Zirkusmanege wollte uns der Anthropologe das Zwitterwesen Homo sapiens präsentieren."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.10.2005
Mit Albert Sanchez Pinols Roman kommt ein "schmissiger Erfolgstitel" auf unseren Markt, der ausgerechnet aus der bisher eher regional geprägten katalanischsprachigen Literatur stammt, wundert sich Merten Worthmann. Zum Glück habe sich Pinol aber weder am sentimentgeprägten Heimatpublikum noch am spanischen Geschmack orientiert, als er die Geschichte um einen irischen Freiheitskämpfer aufschrieb, der zum Ausspannen auf einer einsamen Insel in der Nähe des südlichen Polarkreises als Wetterbeobachter anheuert. Der Roman startet als "insulares Kammerspiel", das sich durch die nächtlichen Angriffe von Riesenamphibien aber bald in einen Horrortrip verwandelt. Pinol orientiere sich gleichermaßen an Joseph Conrad wie an H. P. Lovecraft und schaffe einen "spannenden Spagat" zwischen "Parabel und Schauerstück". Durch die pausenlose Action und die spielerisch eingestreuten Anspielungen auf literarische Vorbilder fallen für den Rezensenten auch die gelegentlichen sprachlichen Fehltritte nicht so ins Gewicht. Und schließlich geht es Pinol nach Worthmanns Einschätzung auch nicht um den Horror an sich, sondern um den Umgang mit Feindbildern und um die menschliche Vorstellungskraft unter extremen Bedingungen.
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