Für gewöhnlich versteht man die Welt, in der man lebt. Man kommt zurecht, auch wenn man im Einzelnen manches nicht versteht. Das ist in der Regel kein Problem - aber gelegentlich wird es zum Problem. Und das kann Folgen haben, bis dahin, dass man "die Welt nicht mehr versteht", oder dass sich der Verdacht regt, unterhalb unseres Verstehens gähne der Abgrund des eigentlich gar nichts Verstehens? Ist "zu verstehen" nur eine Gewohnheit, die uns lieb geworden ist? In den vorliegenden Beiträgen wird "Nicht Verstehen" aus verschiedenen Perspektiven angegangen: in denen von Literaturwissenschaft, Philosophie, Religionsphilosophie, Wissenschaftstheorie, Theologie, Kunst-, Film- und Medienwissenschaften, Kulturwissenschaft und Psychologie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2005
Einen "ansehnlichen und schön gestalteten Beitrag zu einer Hermeneutik vor der Hermeneutik in eloquent-erfrischenden Gedankenwindungen" sieht der "als" zeichnende Rezensent in diesem Band mit 24 Beiträgen aus den Bereichen Philosophie, Religion, Literatur und Bildmedien. Darin setzen sich die Autoren mit dem Nicht-Verstehen auseinander, wozu die Fragen gehören, ob sich Verstehen und Nicht-Verstehen ausschließen oder bedingen und ob das Verstehen vom Nicht-Verstehen oder vom Vorverständnis ausgeht. "Gar nicht immer missverständlich" sei da geschrieben worden, stellt der Rezensent fest, und findet lauter lobende Worte: "illuster", "anregend", "eingänglich".
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