Mit Beiträgen von Stefan August Lütgenau, Peter Haber, Laszlo Karsai, Jenö Gergely. Paul Esterhazy erlebte nicht nur die letzten Habsburger Monarchen Franz Joseph I. und Karl I., die Wirren des Kriegsendes, die ungarische Räterepublik unter Bela Kun, den Bürgerkrieg in Ungarn, das Horthy-Regime, die deutsche Besatzung Ungarns und die Schreckensherrschaft der Pfeilkreuzler 1944/45, sondern auch die Schlacht um Budapest, die Befreiung durch die Rote Armee, die Errichtung der stalinistischen Diktatur und schließlich die ungarische Revolution von 1956, welcher er die Flucht nach Österreich und das Exil in der Schweiz verdankte. Sein Leben spiegelt die prägenden Merkmale des von Eric Hobsbawm als "Age of Extremes" beschriebenen 20. Jahrhunderts: Die Erfahrungen von Freiheitsstreben und Unterdrückung, die Grausamkeit der Diktaturen des Nationalsozialismus und des Stalinismus, die er mit seinem Eintreten für die Juden in Budapest 1944/45 und als Opfer stalinistischer Verfolgung am eigenen Leib erfahren musste.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.10.2005
Aufschlussreich findet der "Crs." zeichnende Rezensent diesen von Stefan August Lütgenau herausgegebenen Band über das Leben Paul Esterhazys, dem letzten regierenden Fürst des österreichisch-ungarischen Adelsgeschlechts (1901-1989). Wie er berichtet, dokumentiert der Band auch die Rolle Esterhazys im Ungarn des Zweiten Weltkriegs, als er das Leben zahlreicher Juden rettete - ein Aspekt, der erst jetzt historisch aufgearbeitet wurde. Die Person Paul Esterhazys bleibt allerdings im Hintergrund, da kaum persönliche Zeugnisse seinerseits überliefert sind, hält der Rezensent fest. Die Beiträge basierten vielmehr auf Quellen aus staatlichen oder privaten Archiven und auf Dokumente seiner ideologischen Gegner. Insgesamt würdigt er den Band als "analytischen Lebenslauf eines humanistisch gesinnten Aristokraten".
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