Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Samuel Beckett

Trötentöne. Mirlitonnades

Cover: Trötentöne. Mirlitonnades

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN-10 3518223925
ISBN-13 9783518223925
Gebunden, 91 Seiten, 11,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Französischen von Barbara Köhler.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2005

Barbara Köhler versuche sich klar von der ersten deutschen Übertragung der Beckettschen Gedichtfolge "Mirlitonnades" durch Karl Krolow abzusetzen, berichtet Felix Philipp Ingold. Krolow habe die "sperrigen" und unhandlichen Reime Becketts ein wenig zu stark "begradigt", meint Ingold, Köhlers freie Nachdichtung nun gehe zwar auf das Raue der Lyrik Becketts ein, gefällt Ingold aber auch nicht ganz. Köhlers Konzentration auf die "harsche Klanglichkeit" des Originals führe stellenweise leider zu einer "Vergröberung" der Inhalte. Und auch der Titel hätte korrekterweise nicht mit "Trötentönen", sondern mit "Schepperversen" oder ähnlichem übersetzt werden müssen, wie der Rezensent philologisch streng anmerkt. Einen "merklichen poetischen Mehrwert" kann Ingold dieser neuen Übersetzung durch Barbara Köhler somit nicht attestieren.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2005

Andreas Dorschel steht dieser Neuübersetzung von Samuel Becketts "Mirlitonnades" etwas zwiespältig gegenüber. Er findet, dass die Übersetzerin Barbara Köhler der scheinbaren "Einfachheit" Becketts, die allerdings, wie Dorschel betont, einen "doppelten Boden" hat, mit allzu viel Gewicht auf der Pointe begegnet und damit "gründlich verflacht". Die Notizen zu ihrer Arbeitsweise dagegen lobt er als "charmant" und er kann es durchaus anerkennen, dass sich die Übersetzerin mehr vom "Klang" als von der "Bedeutung" der einzelnen Worte hat leiten lassen. Wenn Köhler dann in einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber einer einzigen, dem Original gleichkommenden Übersetzung mitunter gleich mehrere Varianten für eine Formulierung bietet, stellt sich für den Rezensenten bei der Lektüre durchaus "Vergnügen" ein, das durch einige Faksimiles von Beckett, die auch abgedruckt sind, noch verstärkt wird.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.09.2005

Schon den Titel findet der Rezensent Volker Frick ziemlich unglaublich: Sind diese "Trötentöne" wirklich kein Druckfehler? Nein, offenkundig nicht. Dabei war der Titel, unter dem schon einmal Übersetzungen dieser späten, kurzen, so verspielten wie finsteren Beckett-Texte erschienen, nämlich "Flötentöne", doch durchaus in Ordnung. Und die Übersetzungen von Elmar Tophoven und Karl Krolow waren es auch - ja, Krolows Versionen findet Frick sogar "einzigartig". Von Barbara Köhlers Übersetzungen will er das nicht sagen, auch wenn sie mitunter durchaus "kongenial" geraten sind. Andererseits gehe der "poetische Klang des Originals" meist verloren, vieles bleibt unverständlich. Für den an Beckett Interessierten gibt es hier, resümiert der Rezensent, nichts Neues - und so ist das Buch wohl nur etwas für Fans der Suhrkamp-Autorin Barbara Köhler.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren