1947, wenige Tage vor seiner Matura, wird Herbert Killian verhaftet - er hat einen russischen Jungen, der ihn verspottete, dreimal geohrfeigt. Ein sowjetisches Militärgericht verurteilt ihn zu drei Jahren Arbeitslager in Nordostsibirien. Die unerbittliche Kälte, das Lagerleben unter Kriminellen, der Hunger und die Hoffnungslosigkeit auf eine Heimkehr verändern den jungen Killian und prägen ihn für den Rest seines Lebens. Fast 50 Jahre später trifft er diesen "Jungen" wieder und versöhnt sich mit ihm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2005
Beeindruckt zeigt sich der "R.O." zeichnende Rezensent von Herbert Killians Buch "Geraubte Jahre", das beschreibt, wie er 1947 mit 21 Jahren wegen einer Bagatelle von einem sowjetischen Militärgericht in Wien zu drei Jahren "Besserungsarbeitslager" verurteilt wird, um in einem sibirischen Gulag die Hölle auf Erden zu erleben. Killian habe den Abstand von fünf Jahrzehnten gebraucht, so der Rezensent, um die Erfahrung des "Archipel Gulag" zu verarbeiten und mit der Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. In einer "probaten Mischung" aus "persönlichem Bericht" und "wissenschaftlich fundierten Hintergrundinformationen", ohne "Wehleidigkeit oder Selbstbemitleidung" schildere Killian die Gräuel in den Lagern, die gefühl- und gewissenlosen Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, die lebensbedrohlichen Krankheiten, die Quälereien durch Mithäftlinge und Bewacher, aber auch die Freundschaften und seltenen guten Momente. Der Rezensent hält fest, dass der spät promovierte und habilitierte Historiker Killian in einem ausführlichen Anhang wichtige Hintergrundinformationen liefert.
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