Bettina Gundermann

Lysander

Roman
Cover: Lysander
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783895613609
Gebunden, 152 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Bettina Gundermanns Roman "Lysander" erzählt von Menschen, die ihren Platz im Leben verloren haben, von der fieberhaften Suche nach Erlösung und vom verzweifelten Schweigen, das die Erinnerung im Zaum hält, aber zugleich jede menschliche Beziehung erstickt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2005

Eine "Mischung aus Aversionstraining und wohligem Schauder" bewirkt Bettina Gundermanns "Lysander" nach dem Empfinden von Dorothea Dieckmann. Die Rezensentin macht keinen Hehl daraus, dass dieser Roman für sie das Produkt einer Tendenz ist, die sie zumindest problematisch findet, nämlich der "programmatischen Erfüllung schlimmster Erwartungen". Katharsis? Fehlanzeige. Statt dessen "trendig naives Staccato" als Stilideal. Möchtegern-hartgesottener Lakonismus. "Dies Büchlein ist weder moralisch noch amoralisch", schreibt Dieckmann. Dabei geht es um drei "Opfer brutaler Familientragödien"; ein Kind wird "schrecklich" entstellt, ein Kind muss die Vergewaltigung und Verstümmelung der Mutter mit ansehen, ein Kind macht sich lebenslange Vorwürfe, weil seine Mutter bei der Geburt starb. Schwerer Stoff. Und ein leichtes Buch, so das Urteil der Rezensentin. Zu leicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2005

Wirklich begeistert ist Meike Fessmann von diesem grausamen "Märchen", das Bettina Gundermann in ihrem zweiten Roman erzählt, nicht, aber die Rezensentin kann sich einer gewissen Faszination trotzdem nicht erwehren. Deutlich ist für sie das "Vergnügen" Gundermanns an schaurigen und brutalen Details, mit denen sie die Existenz ihres Protagonisten Lysander, einem misshandelten, entstellten Menschen, umreißt. Am Schicksal der Hauptfigur wird die "Urangst vor dem Verlassenwerden" durchdekliniert und die "Vergeblichkeit" allen Hoffens auf eine glückliche Wendung im Leben Lysanders vorgeführt, erklärt die Rezensentin. Allerdings macht dies beim Lesen nicht immer Freude, zudem spürt man an der "inszenierten Grausamkeit" mitunter allzu sehr das "Kunstgewerbe", kritisiert Fessmann. Dennoch nimmt die Rezensentin an diesem Roman eine "Kraft" wahr, deren "Herkunft man sich" zwar "nicht erklären kann", die aber dennoch Eindruck macht.

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