Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Als der Betriebswirt Heinrich Grewent unvermittelt für seine Firma nach Hamburg zu Verhandlungen reisen soll, kommt ihm dies alles andere als gelegen. Sein eher pedantisches Naturell bricht nur ungern mit der täglichen Routine, und außerdem weiß er nicht, wie er seiner Frau Gerda die plötzliche Reise erklären soll. Denn Gerda lässt ihn in letzter Zeit schmerzlich spüren, dass sie sich von ihm vernachlässigt fühlt. Dennoch macht sich Grewent auf den Weg. Die Zugfahrt nach Hamburg wird für ihn freilich zum Desaster. In der ungewohnten Umgebung findet er sich nur mühsam zurecht, und überdies wird er immer mehr von lange verdrängten Ängsten und Trieben übermannt. Schon bald sieht sich Grewent in ein Netz von paranoiden Gedanken verstrickt, aus dem er sich nicht mehr zu befreien vermag. Christoph Peters' Erzählung entlarvt auf furiose Weise die Abgründe, die unter der Oberfläche eines scheinbar wohlgeordneten Kleinbürgerlebens lauern.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.09.2005
Neu ist das Thema nicht, merkt Hubert Winkels an, aber das stört ihn nicht: Betriebswirtschafltler Heinrich Grewent funktioniert gut, bis er, von Liebesentzug seiner Frau und Druck des Chefs gequält, auf einer Zugreise von seiner Vergangenheit eingeholt wird und wortwörtlich "aus dem Gleis gebracht" wird. Gewaltfantasien und -taten aus seiner Kindheit kochen hoch und lassen ihn stürzen. Der Rezensent ist begeistert von diesem Fall und jubelt über diese "Implosion eines Angestelltenzwangscharakters". Ganz untypisch und "gekonnt und wundersam" für ein Debüt, denn Christoph Peters schrieb diese Erzählung bereits vor seinem 1999 veröffentlichten Roman "Stadt, Land Fluss", lesen wir. Eine "Meistererzählung".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2005
Zugegeben, der große Wurf kam erst mit "Stadt Land Fluss", doch Holger Noltze spricht eine nachdrückliche Empfehlung für Christoph Peters' frühe Erzählung aus. Der "meisterhafte Erzähler" jedenfalls war schon geformt, auch wenn die nachfolgenden Roman "freier und komplexer" ausfielen. Es geht, so Noltze, um den Angestellten einer "Hygienepapiere AG", es geht um kleinbürgerliche Tristesse und eheliche Einsamkeit, um die Zeitenwende der frühen 90er Jahre. Es geht also eigentlich um das große Thema der "Vergeblichkeit", ausgeführt an der traurigen Figur des alternden Bürgers, dem eine Bahnreise zur "Höllenfahrt ins Selbst" wird, und der sich, "je länger die Reise dauert, immer weiter sich in Tagträumen, Kindheitserinnerungen und Fluchtfantasien verliert". Fazit: Man hätte schon 1996, dem Jahr der Erstveröffentlichung, auf Christoph Peters aufmerksam werden können.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh. 1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Jogging ...
Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner
Geborene Diebe und Lügner, Gefährten des Satans, Waldmenschen, unzähmbare Wilde, eine Bande von ...
Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







