Trotz der Beschwernisse einer langen, oft gefährlichen Fahrt kamen sie seit Hunderten von Jahren ins Heilige Land: Gläubige und Ungläubige, Wissbegierige und auch Ignoranten. So unterschiedlich wie ihre Reisegründe waren die Sichten des Mönchs und des Kaufmanns, des aufgeklärten Forschers oder von Politikern und Militärs. Den Reisenden des 18. und 19. Jahrhunderts verdanken wir die Beschreibung vieler Relikte eigenständiger palästinensischer Geschichte, die in den letzten hundert Jahren ausgelöscht worden sind. Forscher verließen ausgetretene Pilgerpfade, wagten sich ins Ungewisse abseits der Wege von Jaffa nach Jerusalem. Sie zeichneten ihre Beobachtungen von Saat und Ernte, Freuden und Leiden der Einheimischen, von Unterdrückung und Widerstand, Zerstörung und Aufbau. Ihre Berichte stellen alte und neue Klischees in Frage.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2005
Klaus Polkehn macht bei seiner Auswahl von Texten zum Heiligen Land keinen Hehl daraus, dass sein Herz für Palästina schlägt - und Wolfgang G. Schwanitz kann ihn verstehen, zumal der Journalist historisch so versiert sei, dass man sich von ihm "gerne belehren" lasse. Im Übrigen verleite die Materie schließlich zum Parteiergreifen, und ein gewollter "Spagat" hätte allzu leicht misslingen können, gibt Schwanitz mitfühlend zu bedenken, warnt allerdings auch vor der hohen Dosis Nostalgie, die die verschiedenen Autoren in ihren Reiseberichtenaus dem "Paradies" Palästina einfließen lassen. Dennoch, so der Rezensent, bleibt nach der Lektüre der alte Wunsch: Audiatur et altera pars.
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