Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elfriede Jelinek

Macht nichts

Eine kleine Tragödie des Todes

Cover: Macht nichts

Rowohlt Verlag, Reinbek 1999
ISBN-10 3499226839
ISBN-13 9783499226830
Taschenbuch, 91 Seiten, 9,20 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Drei zarte Stücke von Elfriede Jelinek über das bittere Ende. In "Erllkönigin" wird eine berühmte, aber tote Schauspielerin einer alten Sitte entsprechend dreimal um das Burgtheater getragen. Sie spricht den Epilog zu Elfriede Jelineks "Burgtheater", dessen Hauptfigur sie ist. "Der Tod und das Mädchen" ist ein Zwischenspiel, der Dialog eines Jägers mit Schneewittchen. Das Mädchen ist auf der Suche nach dem Wahren, Guten und Schönen, auf das sich viele in der Kunst gerne berufen. Der Jäger erschießt es..."Der Wanderer" ist - ähnlich wie in "Sportstück" - der Schlußmonolog des Vaters der Autorin, eines geisteskranken Mannes, der nichts als wandern kann. Elfriede Jelinek: "Im ersten Teil hat eine Täterin gesprochen, die nie eine sein wollte, im letzten Teil spricht ein Opfer, das auch nie eines sein wollte. Die Zeiten, da alle Opfer werden sein wollen, sollen ja erst noch kommen."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2000

Zwiespältig beurteilt Franz Haas diesen Band. So findet er, dass "dieser scheinbar ungeniessbare Sprachstil eine legitime Medizin gegen Gedächtnisschwund" ist. Haas geht in seiner Rezension mit deutlichem Befremden auf die Nachrufe zum Tode der Schauspielerin Paula Wessely ein, deren Rolle im Nationalsozialismus in diesen Nachrufen weitgehend unter den Teppich gekehrt wurde. Dass Jelinek mit Wessely in ihrer Erzählung "Erlkönigin" um so härter ins Gericht geht, "möge unsympathisch" erscheinen, so Haas. Dennoch findet er diesen korrigierenden Kontrast angesichts der hagiografischen Nachrufe durchaus angebracht. In sprachlicher Hinsicht hat Haas an diesem Band jedoch einiges auszusetzen. Die Monologe stellen "die Geduld auf schwerste Proben", findet er. "Halb Heidegger, halb Kronen-Zeitung" sei der Jargon, wobei seiner Ansicht nach die Grenzen zwischen Rhetorik und Kritik Jelineks fließend sind. Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Haas die Österreich-Kritik Jelineks zwar bisweilen mechanisch und penetrant, aber gleichermaßen angebracht findet. Das "Wortturnen" in ihren Texten kann er jedoch nicht wirklich ernst nehmen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren