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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Kiran Nagarkar

Ravan und Eddie

Roman

Cover: Ravan und Eddie

A1 Verlag, München 2005
ISBN-10 3927743739
ISBN-13 9783927743731
Gebunden, 404 Seiten, 24,80 EUR

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Klappentext

Ravan und Eddie - das sind zwei Welten, die auf engstem Raum in einem Mietshaus in Bombay, einem Chawl, aufeinander treffen. Ravan, der Sohn aus einer Hindu-Familie, und Eddie, ein portugiesisch-stämmiger Katholik, wachsen in verschiedenen Stockwerken desselben Hauses mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen auf. Von klein auf ist das Leben der beiden Jungen schicksalhaft miteinander verbunden. Nagarkar entwirft aus der Perspektive der Heranwachsenden mit feinem, manchmal schwarzem Humor ein vielfältiges indisches Gesellschaftsbild.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2005

Kiran Nagarkar hat mit "Ravan und Eddie" einen großartigen Roman geschrieben, findet Claudia Wenner. Das Leben der Protagonisten spielt sich in und um einen so genannten Chawl ab - einem vier- bis fünfstöckigen Mietshaus, wie sie typisch für Indien sind und hier von Nagarkar als "mikrokosmisches Abbild der heterogenen indischen Gesellschaft " in Dienst genommen werden, erzählt die Rezensentin. Obwohl der Hindu Ravan und der Christ Eddie in "Paralleluniversen" leben, gebe es Grenzüberschreitungen, die wiederum "alle romantischen Vorstellungen vom multikulturellen Miteinander" konterkarieren würden. Claudia Wenner lobt einfach alles an dem Buch: seinen Stil, "dem nichts heilig ist, außer dem Leben der Figuren", die Fähigkeit des Autors zu "Empathie", die Bodenständigkeit des Plots: "Statt ein Konzept mit Wörtern zu füllen, findet Nagarkar Worte und Bilder und Geschichten für Erfahrungen, die so elementar mit Fragen der Zugehörigkeit und Ausgrenzung zu tun haben, dass sie Nehrus Mantra von der Einheit in der Vielfalt vorgeordnet sind." Gute Arbeit bescheinigt Wenner abschließend auch den Übersetzern und dem A1-Verlag.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2005

Rezensent "kmp" fühlte sich beim Lesen auf Schritt und Tritt an die barocke Bilderfülle und Sprachmächtigkeit eines Salman Rushdie erinnert. Der Roman beschreibt seinen Informationen zufolge die Lebensgeschichte zweier Jungen, einem Hindu aus Bombay und einem Katholiken aus Goa, deren Familien durch einen Todesfall aneinandergekettet sind. Der Rezensent sieht die Geschichte in der Zeit hin und her springen, die Familiengeschichten von verschiedenen Seiten aufgerollt und Kiran Nagarkar dabei Szenen von expansiver Lebensprallheit und fröhlich-groteske Turbulent evozieren, was ihm ein beträchtliches Lesevergnügen verschaffte. Nicht nur deshalb wünscht er dem Autor und seinen Büchern eine viel stärkere internationale Präsenz.

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