Aus dem Englischen von Anna Salmann. Dia ist die Tochter von Riffat, der erfolgreichsten Seidenfabrikantin in Karatschi. Wie ihre Mutter ist Dia emanzipiert und selbstbewusst und lebt ein Leben scheinbar frei von allen überkommenen traditionellen Bindungen. Daanish studiert in den USA. Als sein Vater stirbt und er zur Beerdigung nach Pakistan fliegt, lernt er Dia kennen. Die beiden jungen Leute verlieben sich. Doch als Riffat von der Verbindung hört, verbietet sie ihrer Tochter jeden Kontakt mit Daanish und dessen Familie. Sie, die immer von der Stimme des Herzens gesprochen hat, der man allen Widerständen zum Trotz folgen solle. Dia ist fassungslos und verzweifelt. Nach und nach kommt die Geschichte von Riffat ans Licht, eine Geschichte von der Liebe ihres Lebens, und Dia muss erkennen, dass auch die Freiheit ihre Grenzen hat.
Was sich im Klappentext noch anhörte wie eine "handelsübliche 'girl meets boy'-Story" gewürzt "mit einer Prise cultural clash" hat sich schon im Prolog als wahre Lesebombe erwiesen, berichtet eine ziemlich baffe Rezensentin Katharina Granzin. Schon auf den ersten Seiten ziehe die pakistanische Autorin Uzma Aslam Khan den Leser in den Bann ihrer Geschichte, die von einer geheimen und komplizierten Liebe im gewalttätigen Umfeld des unsicheren Karatschi handle: Dia, deren Vater unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist, und die selbst um ihr Leben fürchten muss, verliebt sich in Daarish, als dieser zum Begräbnis seines Vaters aus den USA nach Pakistan zurückkehrt. Doch Dias Mutter stellt sich gegen die Verbindung. Im Wechsel der Erzählperspektive fächere Khan - mit "feinem Gespür für ihre Figuren" - die Komplexität der Situation auf und zeige, "was es für die Einzelnen bedeutet, wenn in einer Gesellschaft brutales Verhalten ein normaler Bestandteil des Lebens ist". Doch die Schwierigkeiten, in denen sich die Figuren aufreiben, machen den Roman keineswegs zur "Trauerkloßliteratur", beteuert die Rezensentin. "Verwoben" sei zwar "eine traurige, grausige, aber auch spannende Geschichte, die in komprimierter Form die Misere Pakistans sichtbar macht", doch auch ein Roman, "der so aufwühlend wie mitreißend ist, dabei ganz lakonisch erzählt wird und dennoch stets mühelos seinen poetischen Grundton hält".
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