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Michael Donhauser
Vom Sehen
Klappentext
Michael Donhausers "Vom Sehen" versammelt Prosatexte aus 15 Jahren: Aufsätze zur Kunst und zur Literatur - zu Bildern von Claude Monet und Gedichten von Arthur Rimbaud, Conrad Ferdinand Meyer und Christian Wagner sowie zu Werken von Adalbert Stifter und Annette von Droste-Hülshoff - stehen hier in einer Folge mit Reflexionen zum Dinggedicht oder zur Metapher, wobei Denken und Einlösen des Gedachten stets verbunden bleiben: die Aprikose, die Stechpalme oder eine Hecke am Straßenrand evozieren dieses Denken, die Zwischenjahreszeiten und der Flugsamen, Orte in den Bergen, Vals und Isola, oder Landschaften wie Rheinhessen und das nördlichere Novemberland - Flüchtiges und Wiederholtes, Erinnertes und Unerinnerbares treiben in diesen Erkundungen das Sehen gleichsam voran.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2005
Samuel Moser findet in Michael Donhausers Band "Vom Sehen" so etwas wie einen "Querschnitt" durch dessen Werk. Versammelt sind darin verschiedene Texte aus den letzten 12 Jahren, die sich mit dem "Sehen" des Schriftstellers beschäftigen. In den Beiträgen, die weder "Essays" noch "wissenschaftliche Abhandlungen" sein wollen, versteht der Autor das Sehen der Welt als Begreifen, seine Augen sind die Hände, mit denen er beschreibt, beschreibt es Moser. Ihm gefällt vor allem, dass Donhauser nicht "immer schon weiß", bevor er sieht und dass er in seinen Texten keine Urteile fällt. Dies drückt sich in der "Adjektivlosigkeit" seiner Prosa aus, wodurch eine Qualifizierung des Gesehenen zu Gunsten einer Aktualisierung - als "Tun der Worte" - vermieden wird. Donhausers Blicke sind ein "Grüßen, ein Gegenübertreten, Blickwechsel, Echo", zitiert der Rezensent aus einem Text des Autors. Das, was Donhauser mit seinen Weltbeschreibungen "ins Sakrale erhebt", ist dennoch immer das "Nahe und Vergängliche", so Moser eingenommen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.03.2005
"Vom Sehen" versammelt verschiedene Aufsätze, Skizzen Miniaturen - teilweise in überarbeiteter Fassung - aus den letzten zehn Jahren in der Schreibwerkstatt Michael Donhausers, der zurückgezogen im alpinen Dreiländereck Schweiz- Österreich-Deutschland lebt, wo es naturgemäß auch viel zu sehen gibt. Donhauser ist nämlich der "Sprache der Phänomene (und umgekehrt)" verpflichtet, so Mirko Bonne, für den Donhauser mit diesem Büchlein eine Art Zwischenbilanz zieht, die nicht nur seine bisherige Schreibpraxis reflektiert, sondern auch einen Ausblick auf "wieder ermöglichtes, künftiges Erzählen" gewährt. Diese Hoffnung schöpft Bonne aus dem einzigen bislang unveröffentlichten Text der Sammlung "Isola", aus dem für ihn Reife, Offenheit, Sinn für Allmählichkeit spricht. Ansonsten ist der Band weder thematisch noch chronologisch geordnet, sondern in geordnet ungeordneter Manier, stellt Bonne fest: Natur-, Landschafts- oder Liebesbetrachtungen wechselten sich ab mit Essays, die eine literarische Tradition, Übersetzungsverfahren oder auch kunst- und musikhistorische Varianten des gleichen Themas abhandelten. Auf ein Gedicht "Die Stechpalme" folgt, so Bonne, ein Aufsatz über Stifters "Instandsetzung des Glücks".
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