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Rudolf Borchardt, Edna St. Vincent Millay
Die Entdeckung Amerikas
Rudolf Borchardt und Edna St. Vincent Millay. Gedichte, Übertragungen, Essays
Klappentext
Herausgegeben von Gerhard Schuster. Europa habe "seit einem Menschenalter eine solche Sammlung von Meisterwerken nicht mehr erlebt", bekundet Ende 1933 Rudolf Borchardt (1877 - 1945) nach der Lektüre von Gedichten der Amerikanerin Edna St. Vincent Millay (1892 - 1950). Was sich in den nachfolgenden Jahren vollzieht, ist nicht nur in Borchardts Werkgeschichte singulär, sondern bedeutet auch für die produktive Rezeption amerikanischer Poesie in deutscher Sprache ein Unikum allerhöchsten Ranges. Übertragungen ausgewählter Texte, ein brillanter Essay unter dem Titel "Die Entdeckung Amerikas", eine lyrische Anrede Borchardts und ein Briefentwurf an die bewunderte Autorin künden von einer Beeindruckung, deren sprachliche Wirkung bis in die gleichzeitige zeitkritische Poesie der "Jamben" dieses Dichters reicht.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005
Die Begeisterung, mit der Rudolf Borchardt im toskanischen Exil die amerikanische Dichterin Edna St. Vincent Millay entdeckte, ist durch den von Gerhard Schuster "bewundernswert und mit unerschöpflicher Kenntnis edierten Band" gleichsam konserviert und ohne große Reibungsverluste auf den Rezensenten Wolfgang Matz übergegangen. Der hat aus diesem "packenden, hinreißenden Buch", das in Essays und Gedichten den Einfluss Millays auf das Werk Borchardts zeigt, wieder einmal vor Augen geführt bekommen, "was große Poesie war, ist und sein muss". Nämlich keine einzelnen Meisterstücke isolierter Genies, sondern ein "Kraftfeld, eine Welt von Einflüssen, Wirkungen, Ausstrahlungen, in denen jedes Aufgenommene sich wieder produktiv wenden muss". Friedrich Kemps "gründliches" Nachwort, in der er die Biografie Millays skiziziert, vervollständigt das Glück des Kritikers.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.01.2005
Recht ergiebig findet Rezensent Alexander Kissler diesen von Gerhard Schuster herausgegebenen Band über das Verhältnis Rudolf Borchardts zu den Gedichten Edna St. Vincent Millays. Wie er berichtet, zeigte sich Borchardt begeistert von Millays Gedichten und schrieb anderthalb Jahre an einem Essay über die Dichterin. Kissler lobt Schuster, der "souverän" die "verästelten Wege einer seltsamen Seelenverwandtschaft" offen lege. Zwar kann er dessen Begeisterung für Borchardts "Jamben" nicht ganz teilen. Borchardt Übertragungen Millays aber, "düstere Zwiegespräche von Mensch und Tod", zählt er "zum Schönsten deutscher Lyrik".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2005
Diese "vornehm gestaltete Publikation" mit Übertragungen Rudolf Borchards von Gedichten und Essays der amerikanischen Dichterin Edna St. Vincent Millay dokumentiert Rezensent Patrick Bahners zufolge umfassend die Entdeckungen dieses deutsch-jüdischen, im italienischen Exil lebenden Schriftstellers im "sapphischen Amerika", als die er dessen poetologisch sehr eigenständige Arbeit am Werk der amerikanischen Dichterin empfunden hat. Auch für Borchardt sei Amerika das rettende Ufer gewesen, allerdings nur im Geiste. An den Texten des vorliegenden Bandes lässt sich für den Rezensenten ablesen, wie Borchardt das "rettende Land der Freiheit" in Besitz genommen und sich gleichzeitig in die "innerste Emigration", in den Schutzraum einer privatmythologischen Hermetik zurückgezogen hat. Anhand einiger Beispiele von Borchardts Millay-Übertragungen verdeutlicht der Rezensent seine These. Auch zitiert er aus interpretierenden Textbeiträgen des Bandes, die, wie man der Rezension entnehmen kann, sehr wesentlich zur herausragenden Qualität des Bandes beitragen. Besonders werden die Essays von Friedmar Apel und Herausgeber Gerhard Schuster hervorgehoben.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2004
Voll des Lobes ist der "Hg" zeichnende Rezensent über diesen "schön gedruckten und ausgestatteten" Band des Lyrik-Kabinetts München. Die amerikanische Dichterin Edna St. Vincent Millay, die ihre Erfolge vor allem in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts feierte, werde hierin sowohl direkt als auch indirekt dargestellt, und zwar in Originaltexten von ihr und Essays über sie wie auch durch die Auseinandersetzung Rudolf Borchardts mit ihr und ihrem Werk. Vollkommen untypisch für Borchardt, war dieser voll der Begeisterung angesichts der Dichterin bzw. ihrer Dichtung, die er zu übersetzen suchte, obwohl er sie letztlich für "unübersetzbar" hielt, was das zentrale Thema des Bandes ist. Für den Leser sei dies "eine lehrreiche Lektüre", meint der Rezensent, egal ob man die Ansichten über die Bedeutung der Dichterin nun eigentlich teile oder nicht.
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