Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Französischen von Mirko Bonne, Theresia Prammer und Michael Hammerschmid. Gherasim Luca: mit diesem Namen ist nicht weniger als eine Entdeckung anzukündigen. Le plus grand poete français, sagt Gilles Deleuze, mais justement il est dorigine roumaine, cest Gherasim Luca, ein weiterer Autor aus der Generation von Ionesco, Cioran und Gellu Naum. Nachdem Gherasim Luca lange vergeblich versucht hatte, außer Land zu kommen, verließ er Anfang der 50er Jahre Rumänien. Heute gilt Luca (1913-1994) in Frankreich als bedeutender europäischer Dichter des 20. Jahrhunderts.
Variationen und Permutationen nimmt, die ihrerseits, dank subtiler Steuerung, ein neues, im eigentlichen Wortsinn Sinnpotenzial generieren. Daß Lucas Spiel mit der Sprache ein durchweg ernstes, wenn nicht todernstes Spiel ist, zeigt sich besonders deutlich bei der Auswahl seiner Themawörter, die fast ausschließlich dem weiten semantischen Einzugsbereich zwischen Liebe und Tod, Macht und Gewalt, Schmerz und Angst entstammen. Der Passion des Körpers und der Lust an der Sprache widmet sich auch die zweisprachige, von Mirko Bonne initiierte Ausgabe, die (fast integral) vier Gedichtbände Lucas versammelt. Die voneinander unabhängigen Übersetzungen Mirko Bonnes (Das Körperecho) sowie Theresia Prammers und Michael Hammerschmids (Lapsus linguae) stellen den Versuch dar, dieses das Wort öffnende poetische Werk auch auf Deutsch produktiv zu machen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.09.2005
Jan Wagner stellt diesen zweisprachigen Gedichtband des rumänischen Lyrikers Gherasim Luca vor, der sich 1994 das Leben nahm. Luca, der sich in seinen frühen Jahren den französischen Surrealisten angeschlossen hatte, geht es in seinen Gedichten um die "Befreiung der Worte selbst", erklärt der Rezensent. Durch den "Versprecher" als "gestaltendes Prinzip" wird neuer Sinn, bisweilen auch Unsinn generiert, der sich vom rein "Lexikalischen" gelöst hat, so Wagner weiter. Lucas Poesie sei dennoch tief in den literarischen Traditionen verwurzelt und arbeite mit einem Zitatenfundus, den er dann in seinen Gedichten verfremde. Dabei driften die Texte keineswegs in "Nonsens" im Sinne von "bloßer Albernheit" ab, betont der Rezensent, der hier vielmehr einen "philosophischen Ernst" am Werke sieht. In den Gedichten zeige sich Lucas ganze "Virtuosität" im "Jonglieren" mit Sprachmaterial. Umso mehr beeindruckt den Rezensenten die Leistung der drei Übersetzer, die es vermögen, "aus der Unmöglichkeit ein Gelingen" werden zu lassen. Dabei sei es ein besonderer "Reiz" des Buches, dass man durch die zweisprachige Edition auch die Übersetzungsschritte nachvollziehen könne, wie der Rezensent begeistert notiert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2005
Schon die Buchgestaltung ist eine Sensation, jubelt Felix Philipp Ingold, eine Art "Kippobjekt", das man drehen und wenden kann und das zwei gegenläufige Textkörper mit jeweils eigener Titelei zum Verschmelzen bringt: "hocherotisch", schwärmt er weiter. Auf siebenhundert Seiten sind hier die französische und die deutsche Ausgabe der Gedichte von Gherasim Luca vereint, eines in Paris beheimateten rumänischen Künstlers und Dichters, der den späten Surrealisten nahe stand, wie Ingold zusammenfasst. Luca starb 1994 und ist erst in den letzten Jahren zu ein bisschen Ruhm gekommen. Der Rezensent charakterisiert Luca als "Wortarbeiter", der überwiegend von der Klang- und Schriftgestalt des Wortes ausging und dessen kommunikativen Fähigkeiten eher misstraute. Seine bevorzugten Verfahrensweisen waren darum Gleichklänge, Permutationen, Variationen, Anagramme, die Bildung von Koffer-Wörtern, in denen die Entfaltung der darin enthaltenen Begriffe lautlich vorangetrieben werden konnte, schreibt Ingold kundig. Für Übersetzer sei so ein Schreibverfahren, in dem mehrheitlich die Klanggestalt den Sieg über den Bedeutungsgehalt davon trage, höchst anspruchsvoll. Der Verlag hat darum gleich drei ausgesprochen fähige Übersetzer daran gesetzt, die auch schon mal drei sehr unterschiedliche Varianten einer Übersetzung ablieferten: alle drei seien "gleichermaßen richtig", stellt Ingold etwas nüchtern fest.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2004
Der Rezensent mit dem Kürzel Id. begrüßt es nachdrücklich, dass das Werk des "wenig bekannten" rumänisch-französischen Lyrikers Gherasim Luca nun auch auf deutsch in einer "repräsentativen Textauswahl" vorliegt. Der Doppelband ist sowohl von vorn als auch - unter anderem Titel - von hinten zu lesen und stößt in der Mitte quasi "Kopf an Fuss" zusammen, erläutert der Rezensent, der betont, dass dies nicht bloße Spielerei ist, sondern vielmehr seine Entsprechung im lyrischen Werk Lucas findet. Denn auch die Gedichte seien keineswegs "linear zu lesen", sondern gingen vom "einzelnen Wort aus", so der Rezensent weiter. Er preist die Gedichte als "kompromisslose, dabei höchst ergiebige Spracharbeit" und eine "Art von Wortphysik", mit der der Dichter seine eigene "Metaphysik" erstellt. Dies sei naturgemäß zwar kaum übersetzbar, so der Rezensent, doch haben die drei Übersetzer des Bandes dennoch überwiegend eine "plausible Entsprechung" für das französische Original gefunden, wie er lobt.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







