Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Douwe Draaisma
Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird
Von den Rätseln unserer Erinnerung
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer. Kaum ein Phänomen ist faszinierender als das menschliche Gedächtnis - grandios, was wir uns merken können, staunenswert, was wir alles erinnern; erschütternd aber auch, was wir vergessen. Aber vergessen wir es wirklich? Manchmal werden angeblich längst vergessene Ereignisse wieder nach oben gespült - irgendwo waren sie im Verborgenen gespeichert ... Gedächtnis und Erinnerung sind rätselhafte Phänomene und längst sind noch nicht alle Geheimnisse um sie gelöst. Warum etwa erinnert man sich so gut an Demütigungen und Niederlagen? Warum haben manche Menschen das absolute Gedächtnis? Wie funktioniert das Gedächtnis und wie kann man es trainieren? Warum ist die Grenze zwischen Erinnerung und Erfindung oft so unklar? Und: wie sieht es mit so geheimnisvollen Erlebnissen wie Deja-vus und dem berühmten Zug der Erinnerungs-Bilder kurz vorm Tod aus?
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.03.2005
"Eines der einfallsreichsten und anregendsten Bücher der letzten Monate" sieht Rezensent Frank Ufen in Douwe Draaismas Buch über die "Rätsel unserer Erinnerung". Der niederländische Gedächtnisforscher und Psychologiehistoriker diskutiere in seiner "exzellent geschriebene Studie" unterschiedliche Ansätzen der Gedächtnisforschung und befasse sich mit einer Reihe von Phänomenen, die im Zusammenhang mit unserer Erinnerung stehen. Er untersuche etwa, wie Deja-vu-Erlebnisse zu Stande kommen, warum das autobiografische Gedächtnis nahezu alles vergessen kann - bloß nicht erlittene Demütigungen und Kränkungen, warum man seine Erinnerungen nicht rückwärts laufen lassen kann, und warum Menschen in akuter Lebensgefahr oft ihr Leben wie einen Film an sich vorüberziehen sehen. Ufen hebt hervor, dass Draaisma immer wieder auf die Forschungsergebnisse der Psychologie des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts zurückgreift. Diese haben in seinen Augen den großen Vorzug, die Funktionsweise des autobiografischen Gedächtnisses in der Alltagspraxis statt unter künstlichen Bedingungen analysiert zu haben. Dass Draaisma um die Erkenntnisse der Hirnforschung und der Kognitionswissenschaften einen großen Bogen macht, kann für Ufen den Wert des Buches nicht mindern. Das nämlich hat das "Zeug zum Klassiker".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.11.2004
Diemut Klärner ist von diesem Buch über das menschliche Vergessen und Erinnern des niederländischen Dozenten für Psychologiegeschichte Douwe Draaisma sehr angetan. Der Autor beschreibt darin gleichermaßen alltägliche wie außergewöhnliche Phänomene des Gedächtnisses und schöpft dabei sowohl aus den Erkenntnissen der Psychologie wie aus literarischen Werken, teilt die eingenommene Rezensentin mit. Sie lobt den Autor für seine "unterhaltsame" Darstellungsweise und findet es insbesondere dankenswert, dass Draaisma seine Leser nicht mit "langwierigen theoretischen Diskursen" und auch nicht mit unnötigem "Fachjargon" langweilt, sondern mit sehr "anschaulichen Beispielen" die verschiedensten Seiten des Gedächtnisses beleuchtet. Und auch wenn der Autor nicht für alle Fragen und Problemstellungen mit "handfesten", wissenschaftlichen Ergebnissen aufwarten kann, so stellt sich das Buch dennoch als äußerst "lohnenswerte Lektüre" heraus, weil es den "Finessen" des Themas auf die Spur kommen will, so Klärner überzeugt.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







