Die Tessiner Schule ist seit mehreren Jahrzehnten ein Inbegriff für innovative und anspruchsvolle Architektur. Nach dem Aufbruch der siebziger Jahre ist fast "unbemerkt" eine neue Generation junger Architekten nachgewachsen, die hier erstmals umfassend porträtiert wird. In der Auseinandersetzung mit der grandiosen Landschaft, dem kulturellen Erbe und renommierten Architekten wie Aldo Rossi, Mario Botta und vielen anderen haben sie zu einer ganz eigenen Formensprache gefunden. Die vorgestellten Projekte reichen von Einfamilienhäusern über Hotels und Museen bis zu den Gebäuden der Universität Lugano. Sie machen die Entwicklungen, die die Tessiner Schule in den letzten Jahren erlebt hat, greifbar und liefern Anregungen für zeitgemäßes Bauen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2004
In den 60er Jahren gab es schon einmal eine "Tessiner Schule", der Rezensent Roman Hollenstein u.a. die Architekten Aurelio Galfetti und Mario Botta zurechnet. Mittlerweile sei beinahe unbemerkt eine neue Generation Tessiner Architekten herangewachsen, bekundet Hollenstein, denen der vorliegende Band zu mehr Bekanntheit und Popularität verhelfen solle. Ein ehrenwertes Vorhaben, dessen Ausführung Hollenstein nur ansatzweise einleuchtet. Warum, stellt er die berechtigte Frage, müssten Tessiner Altmeister wie Gianola und Galfetti in dem Band vertreten sein, während interessante jüngere Architekten ausgespart blieben? Hollenstein fallen da gleich mehrere Namen ein, so etwa Roberto Briccola oder Britta und Francesco Buzzi. Ehrlicherweise, stellt Hollenstein fest, hätte man diesen Band unter "Neue Architektur im Tessin" anbieten sollen, statt zu suggerieren, man porträtiere eine neue Architektengeneration. Die ausgewählten Gebäude, die im Band dokumentiert sind (mit guten Farbaufnahmen, kurzen Texten und zu klein geratenen Plänen), seien allerdings von guter Qualität, lobt der Rezensent, auch wenn einige herausragende Projekte wie der Kongresspalast von Lugano oder das MaxMuseo in Chiasso fehlen würden. Ein paar Tessiner Villen weniger hätten dafür Platz geschaffen, kritisiert Hollenstein.
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