Aus dem Arabischen von Ali Al Shalah, Suleimann Taufiq und Tobias Burghardt. Illustriert von Ursula Bachmann.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2004
Wenn Ali al-Shalah in seinen Gedichten vom Tyrannen spricht, dann ist Saddam Hussein damit gemeint, erklärt Angela Schader. Seit 1997 lebt der irakische Dichter im Schweizer Exil, wo er sich "mit sengender Freundlichkeit", wie Schader schreibt, am Feindbild abarbeitet, das ihn zu so paradoxen Aussagen verleitet wie "Ich nenne die Tyrannen - Erlösung der Opfer./ Ich nenne die Opfer - Verwirrung der Tyrannen." Bei Ali al-Shalah ist die Umdeutung der Wirklichkeit durch Sprache zum Programm, zur Lebenshilfe geworden, fasst Schader zusammen. Nicht alle Gedichte erschlössen sich für deutsche Leser so gut wie das eben zitierte, führt Schader weiter aus, es gebe viele Einzelgedichte, die weder thematisch noch formal miteinander verbunden wären und sich einem eher undurchdringlichen Strom von Assoziationen und Metaphern überlassen würden. Das Konkrete geht bei al-Shalahs Sprache manchmal zugunsten des Stimmungshaften verloren, gibt Schader zu, dabei sei das Exil als Existenzform stets spürbar.
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