Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Christiane Kayser. In Tanger - einer kosmopolitischen Stadt und internationale Zone - begegnen sich in den 50ern zwei Jungen, der eine aus Fes - der fast noch mittelalterlichen Stadt - und der andere - Einheimischer. Eine Freundschaft entsteht, gemeinsame Schulzeit im Algerienkrieg, gemeinsam erfahrene Leiden unter der politischen Repression, im militärischen Erziehungslager, in dem einer dem andern das Leben rettet. Diese Freundschaft übersteht alle Trennungen ihrer Lebenswege - sie dauert drei Jahrzehnte. Bis der eine unrettbar an Krebs erkrankt und es dem Freund verschweigt. Beide - Ali und Mamed - erzählen jeder seine Version der Geschichte und es ist, als ob sie nicht dieselbe erlebt hätten.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.05.2005
Enttäuscht äußert sich Verena Mayer über den jüngsten Roman des in Paris lebenden marokkanischen Autors Tahar ben Jalloun. Er erzählt die Geschichte einer Männerfreundschaft, die am Ende ohne sichtlichen Grund zerbricht, stellt Mayer das Buch vor und lästert am Ende, wahrscheinlich seien Männerfreundschaften wohl "auf der ganzen Welt gleich schlicht". Der Roman sei wie eine antike Tragödie gebaut, charakterisiert ihn Mayer; unterteilt in drei Blöcke, berichte jeweils einer der Beteiligten beziehungsweise am Ende ein gemeinsamer Freund aus der Ich-Perspektive das Geschehen, das Mayer als zugleich archaisch wie statisch empfindet. Die monologische Struktur verleihe dem Text eine Bedeutungsschwere, die zu ihrem Bedauern keine inhaltliche Entsprechung findet. Echtes Konfliktpotenzial sieht Mayer ausgespart, so die Kluft zwischen Nordafrika und Europa, Stadt und Land, stattdessen sei das ganze mit einer existenzialistisch anmutenden Theorie unterlegt, die auf eine so banale Erkenntnis herausläuft, dass es halt verschiedene Sichtweisen gebe. Das ist Mayer zu dürftig.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.12.2004
Ein Buch der "holzschnittartig" entworfenen Identitäten, der individuellen und kollektiven - nein, Sabine Peters ist überhaupt nicht zufrieden damit, wie Tahar Ben Jelloun ein Thema behandelt, das sie eigentlich ziemlich interessant findet: die Männerfreundschaft. Sie beklagt sich über die beiden gegeneinander gestellten Monologe, die eine simple Botschaft vermitteln: Es gibt zwei Versionen derselben Geschichte. Ali und Mamed sind seit ihrer Schulzeit eng befreundet, haben Geheimnisse geteilt und politische Kämpfe bestanden, haben sich gegenseitig das Leben gerettet und haben sich nie aus den Augen verloren, auch nicht, als einer der beiden Marokko verließ und nach Schweden ging (Thema Exil und "Identitätsbruch"). Dann erkrankt Mamed und verschweigt Ali, dass er bald sterben wird; stattdessen bricht er kurz vor seinem Tod einen trennenden Streit vom Zaun. Warum, fragt sich die Rezensentin? "Ob es der Autor weiß?" Doch am Ende bereinigt ein Brief alles Unstimmigkeiten und stellt die Harmonie wieder her - allzuviel Harmonie. Bezahlt mit Klischees über Männerfreundschaft und nationale Identität.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen








