Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elias Canetti

Über die Dichter

Cover: Über die Dichter

Carl Hanser Verlag, München 2004
ISBN-10 3446204709
ISBN-13 9783446204706
Gebunden, 135 Seiten, 14,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Ausgewählt von Penka Angelova und Peter von Matt. Mit einem Nachwort von Peter von Matt. Elias Canetti hat sein Leben lang in seinen Aufzeichnungen spontane Äußerungen über seine Kollegen, die Dichter, niedergelegt. Über Aristophanes, Sophokles, Dante und Cervantes, über Flaubert und Dickens, Kafka und Robert Walser: die persönliche Literaturgeschichte des Elias Canetti.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2005

Jüngster Beweis, dass Elias Canetti seine Leser auch zehn Jahre nach seinem Tod noch auf jeder Seite herausfordern könne, ist für Rezensent Michael Maar dieses Kompendium mit Notaten, Reden und Essays. In ihnen widme Canetti sich "seinen Göttern und Dämonen", darunter Georg Büchner, Karl Krauss, Robert Walser, Arthur Schopenhauer und Klaus Mann. Den Rezensenten beeindrucken der bezwingende und diktatorische Ton Canettis, seine markanten Apercus und ein stets unbedingt origineller Zugriff: "Keine Lücke, keine Ritze, kein falsches Komma in diesen Sätzen, die sich zu einer chinesischen Mauer zusammenfügten." Das eigentliche Pfund dieser "schönen" Sammlung ist aus der Sicht des Rezensenten trotzdem das Nachwort Peter von Matts, das Maar so "glanzvoll findet, dass es seinem Gegenstand in Nichts nachstehen würde.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2005

Canetti lesen - ja! Wie der "czz" zeichnende Rezensent findet, bezeugt dieser Band, in dem Canettis diverse "Apercus und Aphorismen" sowie längere Aufsätze zum Thema Dichter versammelt sind, aufs Neue die geistige Schärfe Canettis. So seien etwa seine Anmerkungen zu Kafka "unverzichtbar", und sein Essay über Karl Kraus gehöre zum "Schlagendsten und Provokativsten, was über den Herausgeber der 'Fackel' je gedruckt worden ist". Und immer, so der sichtlich angetane Rezensent, haben Canettis Überlegungen etwas "unparfümiert Rücksichtsloses und bockig Subjektives" an sich. Die vom Hanser Verlag verfolgte "Verwertungslinie 'light'", in die sich der vorliegende Band einreiht, will dem Rezensenten jedoch nicht so recht munden. Was dabei herauskomme, seien nicht anderes als flickenteppichartige, dafür um so handlichere "Breviere". Und so erscheint ihm die Dreingabe von Peter von Matts hellsichtigem Nachwort fast ein wenig verlogen, denn "wo die verlegerische Tat darin besteht, sieben auf einer Seite abgedruckte Zitate aus bis zu sieben verschiedenen Quellen-Zusammenhängen zu reißen, gehen Buch und Anspruch getrennte Wege".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2004

Nach dem Band, der Äußerungen Elias Canettis über den Tod zusammengestellt hat, erscheint jetzt ein Buch, dass verstreute Betrachtungen "Über die Dichter" versammelt, berichtet Burkhard Müller. Er beeilt sich zu betonen, dass es sich hier nicht um ein "geschmäcklerisches Brevier" handele, sondern um ein "Konglomerat sekundärer Fragmente", das durchaus sein "Recht" beanspruchen könne. Das Nachwort von Peter von Matt allerdings, dem der Rezensent einen "entschuldigenden" Ton wie für ein "begabtes, aber heftiges Kind" abgehorcht hat, findet er unnötig. Denn was Canetti über die "Dichter" geschrieben hat, hat durchaus Bestand, so Müller angetan. Die Bemerkung über Flaubert beispielsweise, den der Autor mit einem "stöhnenden Flusspferd" vergleicht, findet der Rezensent äußerst "treffend". Dabei sei es gerade die "extreme Kürzung" von Canettis Betrachtungen, wie der vorliegende Band sie biete, die diese überhaupt erst "erträglich" werden lassen, meint Müller abschließend, und das will er offenbar als Lob verstanden wissen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Das andere Ende der LeinePatricia B. McConnell: Das andere Ende der Leine
Aus dem Englischen von Gisela Rau. Dies ist eigentlich kein Buch über Hundeerziehung, sondern eines über ...

Buch: Sozialistische GesetzlichkeitMichael Stolleis: Sozialistische Gesetzlichkeit
Dieses Buch bietet eine erste Gesamtdarstellung der Staats-, Verwaltungs- und Völkerrechtslehre in der DDR. ...

Archiv: Bücherschauen

Vexierspielkünstler

20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren