Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Hans Magnus Enzensberger
Dialoge zwischen Unsterblichen, Lebendigen und Toten
Klappentext
Der berühmte Philosoph Zhuangzi streitet sich mit einem Mann, der seit 500 Jahren tot ist. Diderot empfängt einen aufdringlichen Reporter aus dem 20. Jahrhundert zum Interview. Ein gealterter Anarchist erklärt einem enttäuschten Jünger, woran die Revolution gescheitert ist. Weimarer Zeitgenossen Goethes fallen in einer Fernseh-Talkshow über den Olympier her und merken nicht, wie sie sich dabei blamieren. Der gezielte Anachronismus dient Enzensberger als Falle, in die er den Zeitgeist zu locken sucht. Enzensberger greift mit diesen Dialogen die Form der antiken Götter- und Totengespräche wieder auf und bringt damit ein menschliches Organ auf die Bühne zurück, das im Regietheater der Gegenwart in Vergessenheit geraten ist: das Gehirn. Spielend nehmen es die Tragikomödien der Intelligenz mit denen der Körper auf. Wer am Ende recht hat, ist keineswegs ausgemacht.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.11.2004
Für Martin Krumbholz verkörpert Hans Magnus Enzensberger mindestens "zwei kluge Menschen in einem" und insofern ist er prädestiniert zum Verfassen von Dialogen, in denen er seine ganze Kunst der Dialektik ausspielen kann. Denn Enzensberger, schwärmt der Rezensent, könne stets mindestens ebenso gut und überzeugend die gegenteilige Position des gerade Behaupteten vertreten, wobei, räumt Krumbholz ein, die eigentliche Position des Autors immer etwas differenzierter herauszuhören sei. Die diskutierenden Paare sind bei Enzensberger, stellt Krumbholz weiter fest, stets männlichen Geschlechts, wobei am Ende weder der eine noch der andere eindeutig Recht bekäme oder behielte. Einer der häufigeren Gäste in Enzensbergers Diskutiergängen heißt Diderot, als Aufklärer bekannt, wenn er auch nie, weist der Rezensent darauf hin, das Wort "Aufklärung" gehört haben wird. Im philosophischen Plauderton wird gestritten über die Ungleichzeitigkeit, die Zukunfts-Sucht, den Anachronismus oder über Goethe - "Unterhaltung" im weitesten Wortsinn, stellt Krumbholz mit Befriedigung fest.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004
Außer Arno Schmidt fällt Christoph Bartmann neben Hans Magnus Enzensberger kaum einer ein, der die Tradition und Kunstform des literarischen Dialogs aufgenommen und fortgeführt hat. Enzensberger erledigt das außerdem so lässig und undogmatisch wie möglich, schwärmt Bartmann. Sein Vorbild wurzelt in der Dialogkultur der Aufklärung, erklärt der Rezensent, in der geistreichen Konversation, die Literatur und Wissenschaft elegant miteinander ins Gespräch bringe. Der vorliegende Band versammelt Dialoge aus 25 Jahren Enzensbergerscher Dialogproduktion, die teilweise bereits veröffentlicht wurden, in den seltensten Fällen gespielt und anderenfalls noch ungedruckt waren. Denn für die Bühne, behauptet Bartmann, die ohnehin in den letzten Jahrzehnten den Weg vom Dialog zum Monolog beschritten habe, seien diese Dialoge "zu zerebral, zu souverän, zu unaufgeregt". Tröstlich, dass seines Erachtens die Enzensbergerschen Texte die Bühne auch gar nicht nötig haben. Sie entfalten ihre volle Wirkung schon beim Lesen, staunt der Rezensent. Am gelungensten seien die Dialoge dort, wo Enzensberger literarisch bleibe und Textfunde mit eigenen Befunden mische; begebe er sich aufs glatte Feld der Zeitkritik, kämen auch schon mal Ausrutscher ins Nichtssagende vor.
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Uangenehm plausibel
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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







