Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
"Von Kindesbeinen an, wenn er zum ersten Mal vernimmt, dass die Hadsch - die Pilgerfahrt nach Mekka - zu den Pflichten eines jeden Moslems gehört, sehnt sich der Gläubige danach." Unter Hunderttausenden moslemischer Pilger nahm der Schriftsteller Ilija Trojanow 2003 an der Hadsch teil, der größten Glaubensbezeugung des Islam. An einem Morgen im Januar legt er in Bombay unter Anleitung seiner Freunde den Ihram, das traditionelle Pilgergewand, an und steigt in die Maschine nach Dschidda. Wenige Stunden später ist er in Mekka, nach drei Wochen zurück in Indien. Dazwischen liegen eine unendliche Fülle von Eindrücken und das allmähliche Begreifen des Wesens einer Religion zwischen Verheißung und Realität. Dazwischen liegt das Erleben einer über tausend Jahre alten Tradition und einer persönlichen Pilgerschaft als Kulmination aller Sehnsüchte, als einzigartige Auszeit, so reich an Mühsal und Zermürbung wie an Belohnung und Beglückung.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.11.2004
Bewegt zeigt sich Rezensentin Renee Zucker von diesem Buch, das Ilja Trojanow über seine Konversion zum Islam geschrieben hat. Sie charakterisiert den Autor, der die Reise nach Mekka und Medina im Pilgermonat auf sich genommen hat und sich deshalb Hadschi Ilias nennen darf, als einen "gelehrigen und strebsamen Schüler" der neuen Lehre. Vielleicht ist Trojanow in die Falle aller Konvertiten gegangen, überlegt sie: Was man gerade entdeckt habe, sei so viel besser als das, was man verlassen habe. Doch der missionarischer Eifer Trojanow hält sich zur Freude Zuckers in Grenzen, so dass das Interesse an dem, was er zu berichten hat, für sie überwiegt. Trojanow beim staunenden Eifer über richtig ausgeführte Rituale zu folgen, findet sie "äußerst anregend und berührend". Allerdings bleiben ihrer Ansicht nach viele Fragen offen, die man von einem westlichen Schriftsteller gerne beantwortet haben möchte. Dennoch: Trojanows Buch ist "schön, spannend, an manchen Stellen bewegend", lobt Zucker.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004
Ein wenig befremdet, aber nicht unbeeindruckt erzählt Hubert Filser von diesem Buch, in dem Ilja Trojanow seine Pilgerreise nach Mekka beschreibt - mal schwärmerisch, mal Erleuchtung verkündend, und mal abgeschreckt. Seltsam findet es Filser zwar, wenn Trojanow so berauscht von islamischen Ritualen schreibt, als könnte es nichts Schöneres geben, als endlos auf staubigem Asphalt zu beten, doch wechseln solche Schwärmereien immer wieder mit "starken Passagen" ab, betont Filser, in denen der Autor sich vom Pilger zum Beobachter und Kunstliebhaber wandelt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.09.2004
Die höchste Aufgabe, die sich dem Gläubigen bei einer Pilgerfahrt nach Mekka stellt, ist nicht die beschwerliche Reise selbst, sondern das richtige Gebet - das ist eine der vielen Erkenntnisse, die Tobias Gohlis dem Buch von Ilija Trojanow entnommen hat, der sich vor seiner Fahrt in den Islam und seine Gebetsrituale einweisen ließ. "Falsche Haltung des Kopfes, falsche Blickrichtung, falsche Haltung der Hände und der Finger" - die Fehlerquellen sprudeln zahlreich. Doch nach und nach hat sich Trojanow die "spirituelle Schönheit" religiöser Disziplin erschlossen, während die Schönheit dieses Buches nach Ansicht des Rezensenten darin begründet liegt, dass der Autor von seiner Initiation nicht schwärmerisch, sondern mit Klarheit und "Gelassenheit" erzählt. Trojanow wollte herausfinden, "wie man den Islam lebt, und zwar in einem seiner ekstatischen Momente", und er berichtet von dieser Erfahrung, die von der Euphorie "gesteigerter religiöser Intensität" bis zum "Ausnahme-Alltag der Pilgerschaft" reicht, weder distanziert noch missionarisch-eifernd. Fazit des Rezensenten: "Ein Buch, das die guten Seiten des praktizierten Islams herausstellt, wichtig gerade heute."
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