Sprecher: Ida Ehre, Joachim Teege, Rosel Schäfer, Hans Christian Blech, Inge Meysel, u.v.a. Regie: Ludwig Cremer Produktion: Norddeutscher Rundfunk, 1956 Mit diesem Roman von 1867 begründete der junge Zola seinen Ruf als größter Autor des Naturalismus. In einem düsteren Kurzwarengeschäft in Paris fristen Mme Raquin, ihr verzärtelter Sohn Camille und dessen Frau Therese ihre Tage. Als Laurent auftaucht, Lebemann und Schmarotzer, fordert die unterdrückte Sinnlichkeit ihren Tribut. Ehebruch und Mord sind die Folge, unerträgliche Gewissensqual und Selbstvernichtung das Ende. "Wie ein Naturwissenschaftler eine chemische Reaktion", so wollte Zola die menschlichen Triebe analysieren, und die Kritik tobte. Sein Roman, hochdramatisch und von feiner Psychologie, fasziniert die Leser bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2004
Martin Z. Schröder ist fasziniert von der "eigentümlichen Zurückhaltung", die in Inszenierungen der Nachkriegszeit herrscht. Diese "Wirkung leiser Töne" entdeckt Schröder auch in dem Hörspiel, das zwar nicht zu den großen Werken Zolas gehöre, so der Rezensent, aber "konzentriert auf das Wesentliche, handwerklich hervorragend gemacht" ist. So findet Schröder die Handlung "naturgemäß leicht altertümlich", in der sich die junge Frau Terese mit Hilfe ihrer heimlichen Liebe ihres kranken Mannes und der alten Schwiegermutter entledigen will. Begeistert ist Schröder jedoch von den Stimmen: "Reich an Elendserfahrung" spricht Ida Ehre die Schwiegermutter und Rosl Schäfer als Therese könne die gequälte Seele ohne hörbaren Aufwand wirklich gelungen darstellen. Die Stimmen, so Schröder, verleihen solchen alten Hörspielen die Anziehungskraft und kommen deshalb auch "ohne große Geräuschinszenierungen" aus. Die kaum hörbare musikalische Untermalung von Johannes Aschenbrenner stellt deshalb die "perfekte Kulisse" dar.
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