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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Eine abenteuerliche Reise zum Ende der Welt und eine Reise zum eigenen Selbst. Nagib Machfus nimmt sich die großen Reisenden aus der Blütezeit des Islam zum Vorbild für Ibn Fattumas Entdeckung ganz und gar heutiger Lebensentwürfe und Utopien. Als Junge träumte Ibn Fattuma davon, es den großen Reisenden gleichzutun und die ganze Welt zu erforschen. Als Erster wollte er bis zum sagenumwobenen Gaballand vordringen, von dem niemand genau weiß, wo es liegt. Den erwachsen gewordenen Ibn Fattuma treiben schließlich nicht die Abenteuer- und Entdeckerlust in die Welt hinaus, sondern Liebeskummer. Er schließt sich einer Handelskarawane an und hofft, auf dem langen Weg durch die Wüste seine Enttäuschung zu vergessen. Doch die Reise durch fremde, heidnische Länder mit ihren unbekannten Sitten und Gebräuchen wird immer mehr zu einer Begegnung mit sich selbst und führt ihn zu den Grundfragen des Seins.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2004
Hochgelobt wird das "pädagogische Zartgefühl" und der "Mut zur Bescheidenheit", mit denen Nagib Machfus in seinem allegorischen Roman "Die Reise des Ibn Fattuma" auf die sogenannte "arabische Misere" (sprich die Wertekonflikte in der arabischen Welt) antwortet. Wie Rezensent Ludwig Ammann erzählt, bereist Machfus' Protagonist Ibn Fattuma die Hauptstädte von "vier Ländern, deren Gesellschaften auf jeweils einem Grundsatz fußen: Freiheit, Gleichheit, Zwang und Lust". Besonders das erste und das vierte Land haben den Rezensenten aufhorchen lassen, denn im ersten Land regieren Lust, "Nacktheit und entfesselte Sexualität". Was den "braven Muslim" zunächst erschrecke, erkenne er schließlich als Alternative an. Das vierte Land, das "Land der Freiheit", in dem "alle die gleichen Rechte genießen", gefalle Ibn Fattuma trotz seiner (klarsichtig dargestellten) Schattenseiten so gut, dass sein "verdutztes Lob" den westlichen Leser geradezu entzücken muss. Mit "Die Reise des Ibn Fattuma", so das lobende Fazit einer sehr wohlwollenden Besprechung, erklärt Machfus rücksichtsvoll, "welche Vorzüge ein bewusst liberaler, verinnerlichter, an der Minderheitenerfahrung gereifter Islam haben könnte", und dabei gelingt ihm eine "bewusst niederschwellig gehaltene Weisheitsliteratur, die weniger gebildete Leser nicht ausschließt vom großen geistigen Abenteuer des Romans", schreibt Ammann.
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