Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Geraldine geht zum See. Der Weg ist vereist, der kalte Wind treibt sie an. Sie braucht die Weite um sich und über sich, Geraldine muss überlegen, wie sie sterben wird. Soll sie so alt werden wollen, wie die Frau Doktor im Altersheim, der sie vorgelesen hat. Was bedeutet es, so alt zu werden und diesen kleinen Unwürdigkeiten ausgesetzt zu sein. Soll sie weitere 40 Jahre darüber nachdenken, warum sie nun nicht als Sängerin aufgetreten ist. Warum sie in nichts anderem erfolgreich war. Warum sie die Männer, die sie liebten, nur verächtlich behandeln konnte. Und was der Großvater damit zu tun hatte. Wie starben die Täterenkel. Starb mit denen die Geschichte endlich endgültig. Und würde sie überhaupt sterben können, wenn sie doch gar nicht gelebt hatte.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.01.2005
Gern gelesen hat Rezensent Günther Stocker offenbar Marlene Streeruwitz' neue Novelle "Morire in levitate", die zwar mit einem gebrochenen Herzen beginnt, mit Liebe aber rein gar nichts zu tun hat, wie Stocker versichert. Vielmehr gehe es um die schmerzvolle Aufarbeitung von Familienvergangenheit als Teil der kollektiven österreichischen Vergangenheit während des Nationalsozialismus. Marlene Streeruwitz inszeniere in der Protagonistin einen Fall von stellvertretender Schuldübernahme, ein bekanntes Phänomen der Gedächtnisforschung. Allerdings richte sich die Anklage der "magersüchtigen" und "therapie-resistenten" Geraldine, die aufgrund ihrer Stimmblockade den Beruf als Sängerin aufgeben musste, nicht gegen die Eltern, sondern gegen den Großvater, eine "Figur, die in den Erzählungen der Enkelgeneration üblicherweise idealisiert wird". Der Großvater hatte die Fahrpläne für die Deportationen nach Auschwitz erstellt und "nicht einmal Spinat essen können, ohne ein Nazi zu sein". Geraldine, mittlerweile fast sechzig, versucht dieses Trauma abzuarbeiten, was Streeruwitz mit "literarischer Vehemenz" beschreibe. Zwar ist die Erzählung "düster", sie gleitet aber nie in einen "allgemeinen Weltekel" ab, lobt Stocker. Der Text entwickele zudem durch seinen "notorischen Stakkato-Stil" und die "zerhackten, verschobenen Satzkonstruktionen" einen "sogartigen Rhythmus", der den Rezensenten "gerade durch seine Brüche zu überzeugen vermag".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004
Keine Leichtigkeit, nichts dergleichen, stellt Verena Auffermann mit leichtem Bedauern fest. Marlene Streeruwitz hat mit "Morire in Levitate" (das Auffermann mit "Sterben. In Leichtigkeit" übersetzt) eine Novelle vorgelegt, eine Etüde über das Altern, in deren Mittelpunkt eine ehemalige Opernsängerin steht, die um einen See läuft und während des Spaziergangs ins Grübeln gerät. Ein Selbstgespräch über das Alter, den Tod, die Oper setzt ein; Angst - eine bei Streeruwitz immer "lustvolle Angst vor der Angst", schreibt Auffermann - wirke bei ihr wie ein "Kreativmotor", der Satz um Satz ausschütte, ein Horrorszenario nach dem anderen ausmale, Staccatosätze produziere, bis nach Meinung von Auffermann der "Erzählton kollabiert" und ungewohnte Töne sich einschleichen - Anklänge an Thomas Bernhard, was Auffermann insofern verwundert, als sich Streeruwitz in einem Essay klar gegen ihren Landsmann ausgesprochen hat. Kein Vorbild also und trotzdem Sätze von Bernhardscher Zwanghaftigkeit, die das Sterben nicht leichter machen, so die Rezensentin.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







