Hrsg. von Joachim Perels; Mit Beiträgen von Michael Buckmiller, Klaus Christoph, Wolfgang Kreutzberger. Ursprünge, Erscheinungsformen und Potentiale des Rechtsradikalismus in Deutschland lassen sich kaum auf bündige Formeln bringen. Zwar ist die Kontinuität der NS-Eliten und die Verankerung faschistischer Ideologie in der deutschen Nachkriegsgesellschaft bis weit in die 70er Jahre in der Forschung heute unbestritten. Der Schoß war lange noch sehr fruchtbar. Aber die globalen Veränderungen, insbesondere nach dem Zusammenbruch der Ostblockstaaten, ließen neuartige gewaltbereite rechtsradikale und rechts-populistische Bewegungen aufkeimen, die aus dem Stand beachtliche Wahlerfolge erzielten. Droht der Demokratie daraus eine neue Gefahr? Verschiebt sich auf veränderter Ebene die öffentliche Meinung zu den NS-Verbrechen? Verlagert sich der "rechte Rand" in bürgerlicher Kostümierung immer mehr in die Mitte? Gibt es Vergleiche zu ähnlichen Phänomenen in anderen Ländern, z.B. in den USA? In kritischen Analysen behandeln die Beiträge diese und weitere Fragenkomplexe. Exemplarisch wird der Aufstieg der sogenannten "Schill-Partei" anhand einer empirischen Studie ausführlich beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2004
Joachim Perels Sammelband liefert zwar durchaus "differenzierte Gedanken" über die Ursachen von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der DDR, schreibt Rezensent Harald Bergsdorf. Dennoch findet er keinen Gefallen daran. "Zahlreichen Versuche" werden gemacht, die "Grenzen zwischen politischer Mitte und Rechtsextremismus" mittels "entgrenzter Termini" zu verwischen, lautet sein Vorwurf. Besonders die Darstellung der Vertriebenenverbände, die laut Perel 'Geschichtsrevisionismus' betreiben, hat den Rezensenten geärgert.
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