herausgegeben vom Museum der Arbeit, Hamburg, Text von Florian Hanig, Christof Ribbat. 112 Seiten, 80 farbige Abbildungen, 30,20 x 24,50 cm. Der deutsche Fotograf Peter Bialobrzeski wurde 2003 bei den World Press Photo Awards in der Kategorie "Kunst" mit dem ersten Preis ausgezeichnet. In seiner Arbeit "Neon Tigers" verschmelzen die sieben asiatischen Metropolen Bangkok, Kuala Lumpur, Hongkong, Schanghai, Jakarta, Singapur und Shenzhen zu einer virtuellen Megastadt. Die Bilder scheinen keine reale Welt mehr widerzuspiegeln, sondern wirken wie die Traumwelten eines durchgeknallten Filmarchitekten oder Computerspielproduzenten. Ihre realen Bezüge lösen im Betrachter einen Konflikt aus: Die Schönheit des Absurden konkurriert mit dem Wissen, dass hier eine unumkehrbare Veränderung städtischer Lebensräume thematisiert wird...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.07.2004
Richtiggehend begeistert zeigt sich Rezensent Ulf Erdmann Ziegler von Peter Bialobrzeskis fotografischen Porträts der "Neontiger"(wie er die asiatischen "Turbostädte" augenzwinkernd nennt). Mit seinen vierzig "detailreichen Bildern" beweise das vorliegende Buch, das lediglich die erste Phase des "gigantischen Projekts" wiedergibt, nicht nur Bialobrzeskis virtuosen Umgang mit den Mitteln der Architekturfotografie, sondern auch ein erstaunliches "Verständnis für die Spezifik des Zusammenhangs", das gerade aus der Wahl der "Perspektiven und Tageszeiten" spreche. Zwar scheinen die Neontiger in ihrem Wettstreit um "die Goldmedaille für Größenwahn" auf den ersten Blick vieles gemeinsam zu haben, zumal die Vertikalität ihrer "Wucherungen". Doch Bialobrzeskis Bilder, so der Rezensent, suchen - und treffen - die jeweilige Eigentümlichkeit der Städte. Sehr gefallen hat dem Rezensenten ebenfalls, dass der Texter Florian Hanig dem einheimischen Blick den Vorzug gibt und asiatische Architekten und Akademiker zu Wort kommen lässt. Insgesamt überzeuge der Band durch seine Thesenlosigkeit: Hier gehe es nicht darum, das alte Europa mit dem hochmodernen Asien zu erschrecken, sondern darum "sich bedacht und strategisch umzusehen, mit der Vorsicht eines Besuchers und der Bestimmtheit eines Dompteurs".
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