Margarethe Hardegger (1882 - 1963) war klug, mutig und radikal. Sie wusste, was sie wollte: Gerechtigkeit, Emanzipation, Freiheit. Sie war die erste Arbeitersekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und eine unermüdliche politische Vorkämpferin. Aber sie traf auf erbitterte Widerstände und zahlte einen hohen Preis: die große Liebe ihres Lebens. Regula Bochsler schildert das Leben dieser fast vergessenen Frau auf packende und bewegende Weise. Dabei entwirft sie das farbige Bild einer Zeit, in der viele unangepasste Menschen für Freiheiten kämpften, die heute selbstverständlich scheinen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.01.2005
Ein "verblüffend anschauliches Porträt" sei der Züricher Historikerin und Fernsehjournalistin Regula Bochsler gelungen, urteilt Rezensentin Claudia Tieschky wohlwollend. Beschrieben wird das Leben der Margarethe Hardegger, die, "hübsch, brillant und radikal", 1904 die erste Arbeitersekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes wird. Die revolutionäre Agitatorin und Mitglied der Schwabinger Boheme gründet gemeinsam mit Gustav Landauer den Sozialistischen Bund. Später beginnt sie ein Verhältnis mit dem Anarchisten Erich Mühsam. Unter anderem wegen Meineids und Beteiligung an Schmuggelaktionen muss sie mehrere Male ins Gefängnis, zudem leidet sie permanent unter Geldnot. Ihr Haus in Bern wird ab 1914 zur Kommune, wo sie einen Arbeiter-Diskussions-Club einrichtet. Stets bleibe die Biografin in konsequenter Distanz zu ihrer Heldin und deren bewegtem Leben, lobt die Rezensentin. Hardegger, die später einen Hang zur Esoterik entwickelt, zieht sich schließlich in die Naturmenschen-Kolonie Monte Verita im Tessin zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.06.2004
Antje Schrupp begrüßt es sehr, dass die Schweizer Sozialistin Margarethe Hardegger nun endlich mit zwei Biografien gewürdigt wird, wenn sie auch findet, dass beide Bücher dieser bedeutenden Protagonistin der Schweizer Arbeiterbewegung nicht wirklich gerecht werden. Die Biografie von Regula Bochsler nähert sich Hardegger auf chronologischem Wege und schildert die wichtigsten Stationen dieses bewegten Lebens, stellt die Rezensentin fest. Allerdings moniert Schrupp, dass die Autorin viel zu viele "nebensächliche Details" aufbietet und Hardegger zwar als "Geliebte berühmter Männer" mit ständigen finanziellen Schwierigkeiten vor Augen führt, über ihre politischen Ansichten und Aktivitäten aber kaum etwas erzählt. Eine Biografie, die Hardeggers politischen Überzeugungen und ihre "alltägliche, persönliche Lebensführung" gemeinsam betrachtet, steht also noch aus und wird die Aufgabe zukünftiger Biografen sein, so Schrupp abschließend.
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