Daniel Paul Schreber

Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken

Reprografischer Nachdruck der Erstausgabe
Cover: Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken
Psychosozial Verlag, Gießen 2003
ISBN 9783898062626
Gebunden, 607 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Nebst Nachträgen und einem Anhang über die Frage 'Unter welchen Voraussetzungen darf eine für geisteskrank erachtete Person gegen ihren erklärten Willen in einer Heilanstalt festgehalten werden?'. Herausgegeben von Gerhard Busse.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.06.2004

Hoch erfreut zeigt sich Rezensent Martin Stingelin über diese Wiederauflage von Daniel Paul Schrebers "Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken", die Gerhard Busse als reprografischen Nachdruck der Erstausgabe von 1903 herausgegeben hat. Ausführlich würdigt er Schrebers Werk als "Jahrhundertbuch", das trotz widrigster Umstände Epoche gemacht hat. Ausschlaggebend dafür waren nach Ansicht Stingelins drei Faktoren: erstens der Einfluß der Psychoanalyse und die Interpretation Freuds von Schrebers "Denkwürdigkeiten", zweitens die Aktualität des Werks, das uns in seiner Schilderung einer Krise die Welt entfremde und das Weltmißtrauen als Krise des 20. Jahrhunderts deutlich mache. Und drittens die Wirkung, die es auf einige der scharfsinnigsten Intellektuellen wie Benjamin und Canetti ausübte, die darin ein Symptom der vorweggenommenen Krisen des 20. Jahrhunderts sahen. Vorliegende Ausgabe findet Stingelin nicht nur wegen ihrer sorgfältigen Gestaltung und Kommentierung überzeugend, sondern auch wegen ihres Nachworts mit seinem bibliografisch dichten Abriss der Wirkungs- und Forschungsgeschichte, und dem reichhaltigen Personen- und Sachregister.

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