Der Band enthält den umstrittenen Berliner Diskussionsbeitrag, Pohrts FAQ - man könnte es auch ein langes Selbstgespräch nennen, und unveröffentlichte oder noch nicht in Buchform erschienene Texte aus den letzten Jahren
Felix Klopotek hat Spaß an der Lektüre des linken Provokateurs und Konkret-Autors Wolfgang Pohrt gehabt - auch wenn er den Nutzwert seiner Analyse für beschränkt hält, denn das Buch verrät "weniger etwas über die Dynamik des Kapitalismus als über die seines eigenen Denkens". Trotzdem bietet die Lektüre eine Menge heller und erhellender Momente, denn immerhin beschreibt Pohrt "eine globale Wirklichkeit, in der zunehmend ein Kapitalismus ohne Kapital und eine Marktwirtschaft ohne Markt Gestalt annehmen". Klopotek findet Gefallen an dem "heiter-resignativen" Tonfall, mit dem der Autor seinen Sicht der Dinge beschreibt. In Pohrts Augen hat auch der Faschismus in der neuen politischen Ordnung keinen Platz mehr, Neonazis und rassischtisches Gedankengut sind nurmehr Zeichen einer gesellschaftlichen Regression, die Pohrt mit einer "Soziologie der Bandenwesens" zu fassen versucht: "Er übt sich in sozialpsychologischen Stilübungen zur Verwilderung der Selbsterhaltung". Klopotek stellt in seiner Rezension allerdings fest, dass Pohrt die wesentlichen Elemente seiner provokanten Thesen schon in seiner Promotion skizziert hat. Insofern ist die ganze Aufregung, die seine Sicht der Dinge in der linken Szenen verursacht, ein bisschen verspätet.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…