Nuala O'Faolain

Nur nicht unsichtbar werden

Cover: Nur nicht unsichtbar werden
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783871343773
gebunden, 253 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Renee Zucker. Nuala O?Faolain wächst auf als eins von neun Kindern in einer Familie, die geradewegs auf den Abgrund zusteuert. Die Mutter, eine Trinkerin, hat vor dem Mangel an Geld und Liebe kapituliert. Der Vater, ein bekannter Journalist, ein Bohemien und ein "kleiner Gott" in seiner Welt, schlägt seine Söhne und schickt Nuala, die die Tanzhallen, die zugigen Straßen am Hafen und die Männer liebt, auf die Klosterschule. Nuala rebelliert gegen das Lebensmuster, das im katholischen Irland für Frauen vorgesehen ist: Heirat und Kinder, Alkohol und Gewalt. Und doch sucht sie immer wieder Zuflucht in Affären und trinkt, bis ihr das Leben zu entgleiten droht. Sie studiert in Oxford und arbeitet in Teheran, wird Journalistin und Fernsehproduzentin, aber ihre Liebesbeziehungen scheitern alle. Und dann trifft sie Nell und entdeckt mit ihr zusammen die Welt, bis sie sich trennen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2000

Maria Frisé sieht in dieser Autobiographie einen weiteren Beleg für die Konjunktur, die irische Schriftsteller zur Zeit haben. Sie fühlt sich an McCourts "Die Asche meiner Mutter" erinnert, der dieses Buch ausdrücklich empfohlen hat, wie die Rezensentin mitteilt. Die Autorin ziehe in der Beschreibung "selbstkritisch und aufrichtig Bilanz", lobt Frisé. Die irische Gesellschaft werde mit kritischem Blick gesehen, auch wenn manche Entwicklungen von den persönlichen Krisen O´Faolains überdeckt würden. Die Rezensentin schwärmt von den lebendigen Schilderungen einer schwierigen irischen Kindheit und Jugend und beurteilt diese Autobiographie als "offenherzig und spontan, gleichzeitig aber auch nachdenklich und kritisch".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2000

Das Buch sei zuweilen etwas trocken und additiv geschrieben, meint der Rezensent mit dem Kürzel "BvL." in einer Kurzkritik des Bandes, auch enthalte es Porträts einiger anglo-irischer Zelebritäten, die die deutschsprachigen Leser kaum interessieren könnten. Aber was der Rezensent schätzt, ist, wie O?Faolain ihren Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen zu einer bekannten Journalistin schildert und wie prägnant und zornig sie die Frauenfeindlichkeit und Heuchelei der irischen Gesellschaft ihrer Jugendzeit darstellt.
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