Aus dem mosambikanischen Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2000
Ein erfreuliches Erbe der europäischen Kolonialgeschichte sei die Anzahl afrikanischer Schriftsteller weißer Hautfarbe wie Brink, Coetzee, Gordimer oder - etwas unbekannter - Mia Couto, die der Geschichte ihres Landes auf die Spur zu kommen suchen, meint Peter Kultzen in seiner Besprechung des Romans von Couto. Der Mozambikaner Couto, Jahrgang 1955, ist einer der wenigen Weißen, die während des Bürgerkriegs im Land geblieben sind. Sein Roman über einen "xipoco", eine untote Seele, die sich, um nicht postum zu einem Nationalhelden erklärt zu werden, in einem Kriminalkommissar reinkarniert, wirkt auf den Rezensenten sowohl hochpoetisch wie völlig ironisch. Das Besondere, hebt Kultzen hervor, sei jedoch die "kunstvolle Amalgamierung veschiedener Sprachen" und Kulturen, die man im Deutschen ansonsten vermisse. Die hervorragende Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner sei deshalb für das Deutsche geradezu "eine kleine Verjüngungskur".
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