Kritische Edition sämtlicher Texte nach Wortlaut, Orthographie, Zeichensetzung aller erhaltenen Handschriften und Drucke sowie Brandenburger Kleist-Blätter als Beil.. (Als Berliner Ausgabe 1988 begonnen.) Herausgeber: Roland Reuß und Peter Staengle.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2003
Fünfzehn Jahre nach Beginn der mit viel Trara und Streit, mit - wie Jens Bisky es formuliert - "Injurien und Ideologiemüll" begonnenen Brandenburger Kleist-Ausgabe erscheint nun mit Band I,1, "Familie Schroffenstein", Kleists erstes Theaterstück. Und schlauer ist man jetzt schon, meint der Rezensent, allerdings eher, was das Unternehmen Brandenburger Ausgabe angeht als in Sachen Kleist. Eines vor allem wollten einem die Herausgeber Reuß und Staengle nämlich klar machen: "wie schwer das Herstellen von Texten ist." Und das, so Bisky, gelingt durchaus, wenngleich oftmals ohne weitere Erläuterungen der abgedruckten Faksimiletexte. Und noch etwas stößt Bisky sehr unangenehm auf: der Ton, den die Herausgeber manchmal am Leib haben, der erinnere nämlich an einen "wilhelminischen Gymnasiallehrer". Lob gibt's dagegen für die Interpretation des Stücks in den beiliegenden "Brandenburger Kleistblättern" - der Hinweis auf die komischen Intentionen nämlich ist, meint der Rezensent, höchst angebracht.
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