Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Klappentext
Aus dem Englischen von Sabine Hübner. Christopher Boone leidet an einer leichten Form des Autismus und geht zur Sonderschule. Von den komplizierten menschlichen Gefühlen versteht er wenig, aber in Mathe und Physik ist er geradezu genial. Darum will er später auch Astronaut werden. Oder Wissenschaftler. Seit seine Mutter vor zwei Jahren überraschend gestorben ist, vertraut er nur noch einem Menschen auf dieser Welt: seinem Vater, der ihn allein erzieht. Die beiden verstehen sich auch gut - bis Christopher eines Nachts den Wellington, den Pudel der Nachbarin, tot im Garten findet. Der Junge mag Hunde sehr. Bei ihnen weiß er, woran er ist. Er muss unbedingt den Täter finden und nimmt die Ermittlungen auf ...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.02.2004
Siggi Seuss lässt keine Zweifel an seiner Begeisterung für diesen Roman aufkommen, in dem der 15 Jahre alte autistische Christopher Boone versucht herauszufinden, wer den geliebten Nachbarshund umgebracht hat. Den angeblich häufig konstatierten Vergleich des Protagonisten mit Holden Caulfield, der Hauptfigur von Salingers "Fänger im Roggen" findet der Rezensent völlig verfehlt. Denn in diesem Buch geht es um die gänzlich fremde, ungewohnte Sicht eines Jungen, der jedes "Detail registriert" und durch seine besondere Wahrnehmung das so genannte normale Leben in einem neuen Licht erscheinen lässt, so Seuss fasziniert. Dazu findet er, dass der Roman "ungeheuer spannend" ist, ohne konstruiert zu wirken und er glaubt, dass es durchaus eine Rolle für die Überzeugungskraft des Helden spielt, dass der britische Autor Mark Haddon viele Jahre lang mit Behinderten gearbeitet hat. Dieses Buch ist mehr als die Beschreibung eines ungewöhnlichen Blicks auf die Realität, preist der begeisterte Rezensent. Am Ende weist Seuss noch auf den großen Erfolg dieses Romans hin, der bereits in 24 Ländern erschienen ist und den renommierten Whitbread-Preis erhalten hat und findet, dass er "dies alles verdient" hat.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2004
Einen "Antiroman" erkennt Eleonore Frey in dem Buch von Mark Haddon. Denn der Held des Buches, der fünfzehnjährige Schüler Christopher Boone, will einen Roman, der eigentlich kein Roman, sondern "wahr" ist, schreiben, berichtet die Rezensentin. In Christophers Kopf sei kein Platz für nicht existierende Dinge, denn sonst werde ihm "so angst und bange, wie sonst nur, wenn ich oben auf einem sehr hohen Gebäude stehe und Tausende von Häusern und Autos und Menschen unter mir sehe und mir der Kopf schwirrt von all diesen Dingen", zitiert Frey die Hauptfigur des Romans. Deswegen baut Christopher in seinem Roman in "fortlaufender Reduktion des Beliebigen", so die Rezensentin, ein Universum auf, "auf das Verlass ist". Der Neurologe Oliver Sacks hat laut Frey in dem Buch ein "zugleich rührende, plausible und komische Darstellung eines 'autistischen Geistes'" gesehen, doch es sei nicht nur die Beschreibung eines Autisten, sondern der Autor habe es vermocht, "das sogenannt Normale mit dem Pathologischen in eine ergiebige Beziehung zu setzen".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.11.2003
Eine Kriminalgeschichte, in der die Leiche ein Hund und der Detektiv ein kleiner Junge mit Asperger-Syndrom ist - eine seltsame Kombination, die aber nur lobende Worte seitens des Rezensenten Sebastian Handke findet. Die "Darstellung der fremdartigen Innenwelt" sei durchweg glaubwürdig und sogar sehr komisch, wobei die Komik darauf beruhe, dass dem Jungen durch seine Krankheit die Intuition fehle und er somit gezwungen sei, "die Welt in nichts als logische Schlüsse" aufzuteilen. Bei aller Komik jedoch sei die Geschichte auch sehr traurig, da es dem kleinen Christopher nicht gelingt, mit der Zeit ein Verhältnis zu sich und seiner Umwelt zu entwickeln.
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