Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2003
Wenn Tatjana Blaha auch nicht mit "spektakulären Neubewertungen" der Widerstandstätigkeit der Weißen Rose aufwarten könne, sei es doch mehr als löblich, dass sie mit ihrer Schrift über Willi Graf "den Lebensweg eines zu wenig beachteten Protagonisten studentischen Widerstands gegen das 'Dritte Reich' in einer gut lesbaren Studie" vorgestellt hat, befindet Joachim Scholtyseck. Anders als die im Fokus der Forschungstätigkeit stehenden Geschwister Scholl habe Graf, da von Beginn an dem Regime gegenüber abgeneigt, nicht den "Entwicklungsprozess" vom Anhänger zum Widerständler durchlaufen. Gleich wie Hans und Sophie Scholl, führt der Rezensent weiter aus, wurde auch er verhaftet und zum Tode verurteilt. Da sich die Gestapo allerdings erhoffte, ihm noch Informationen abpressen zu können, musste er noch ein halbes Jahr Einzelhaft überstehen. Gelungen findet Scholtyseck auch die "umfassende" Erörterung der "Rezeption des Widerstands der 'Weißen Rose' in der Nachkriegszeit".
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