Der finale Dotcomtod-Roman, worin drei Helden ausziehen, um den Reichen & Mächtigen der New Economy zu nehmen, und um einem noch Reicheren wiederzugeben, abzüglich einer kleinen Provision für Heldentaten
Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag, Berlin 2003
ISBN
9783896024497 Gebunden, 416 Seiten, 19,90
EUR
Sommer 2001. Der Hightech-Standort München, die "Munich Area", ist in der Krise. Börsenlieblinge, gehypte Startups und Risikokapitalgeber verbrennen in einem einzigartigen Downturn. Mitten drin statt nur dabei ist Alex, über das Bavarian Venture Capital Network (BVCN) einer der grossen Investoren der Szene. Sein Geld steckt in idiotischen E-Business-Ideen und wird von arroganten Gründern verjubelt. Aber er vertraut dem BVCN. Lang. Zu lang. Dann passiert es.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Das Motto klingt gut: "Sie sterben nicht, sie lassen sterben". Es gehört den Liquidatoren, ein Team von drei Personen, das im Auftrag eines Investors Jungunternehmer badengehen lässt. Richtig: es handelt sich um einen Business-Roman, eine Farce auf die New Economy, der durchaus klischeegesättigt ist. Oder, wie Tobias Haberl schreibt: "letztlich entlarvt er schadenfroh die Fratze des Kapitalismus". Aber trotz der vielen Klischees widmet er den einzelnen Vertretern der Firmenschickeria eigene Psychogramme, so Haberl. Mit anderen Worten: der Roman ist gar nicht so schlecht wie er tut, und hat es eigentlich nicht nötig, dass der Autor sich hinter einem Pseudonym versteckt. Allerdings, so weiß Haberl, ist der Autor ein führender Informant von dotcomtod.com gewesen - eine Internetadresse für "exitorientierte Unternehmensmeldungen", wie es auf der website heißt. Ein bisschen feige findet es Haberl außerdem, dass der Autor in einer mehrseitigen Zwischenrede Rezensionen seines Romans vorabgefertigt oder vielmehr scheingefertigt hat, um damit jede Kritik zu entwaffnen. Kritiker lassen sich nun mal nicht gerne liquidieren.
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