Michael Donhauser setzt seinen langen, in der deutschen Dichtung einsamen Spaziergang fort. In 60 Sätzen führt er uns zwischen Wien und Maienfeld, Sargans und Zagreb in eine Welt klingender Namen, und Amsel und Holunder begleiten ihn: "Man spricht vom Zauber der Schönheit", sagt Michael Donhauser, "ist sich meist aber einig, dass diese Formel mit zu viel Missverständnissen verbunden ist, was die Schönheit und ihre Wirkung auf uns betrifft - in den vergangenen Jahren nun und also in dem Buch 'Vom Schnee' habe ich immer wieder versucht, jene Schönheit wiederzugeben und auf ihren Zauber zu antworten, und dies mit einer sprachlichen Geste, die beschreibend ist und feiert, die gemäß ist, ihrem Gegenstand - eine gemäße Sprache aber ist eine, die verbindet, die eine gebundene ist, eine Rede, die dem Rhythmus eines Sagens gehorcht, das nahezu Gesang ist..."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2003
Dem Liechtensteiner Dichter Michael Donhauser geht es in seiner Literatur um den, so der Rezensent (Kürzel Jdl.), "entschleunigten" Blick auf die Dinge. Aufregendes, Spektakuläres ist nicht zu erwarten - allerdings ist es, bedauert der Rezensent, mit der sprachlichen Beobachtungsgenauigkeit, die man stattdessen erwarten würde, auch nicht sehr weit her. Die Texte des Bandes umfassen den Zeitraum eines Jahres, als "metereologisch-poetisches Journal", das sich der Natur, dem Wasser, dem Schnee mit "nimmermüder Aufmerksamkeit" widmet. Ermüdet ist freilich am Ende der Rezensent, der dem "falschen Zauber abgegriffener Bilder" nicht erliegt.
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