Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Nuruddin Farah

Yesterday, Tomorrow

Stimmen aus der somalischen Diaspora

Cover: Yesterday, Tomorrow

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN-10 3518123203
ISBN-13 9783518123201
Kartoniert, 307 Seiten, 12,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Pemsel. Nuruddin Farah, einer der bedeutendsten Autoren des modernen Afrika, bereiste nach dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Somalia viele Länder, um vor dem Bürgerkrieg geflohene Somalis nach ihrer persönlichen Geschichte und ihren Erfahrungen zu befragen. So gewinnt nicht nur eine zerrissene Region in Einzelschicksalen Gestalt, sondern es entstehen auch, in ihrem Umgang mit den Flüchtlingen, subtile Porträts der jeweiligen Gastländer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2004

Gaby Mayr zeigt sich von diesem Buch, in dem der somalische Autor Nuruddin Farah im Exil oder auf der Flucht lebende Landsleute interviewt, berührt und beeindruckt. Farah, der von einer schwedischen Zeitung beauftragt worden war, Afrikaner in Schweden nach ihren Erfahrungen zu befragen, hat aus diesem Auftrag ein "journalistisches Projekt" entwickelt, dass ihn in die Schweiz, nach Italien, Großbritannien und Kenia führte, wo er Somalier nach ihrem Leben befragte, teilt die Rezensentin mit. Da Farah selbst seit fast 30 Jahren im Exil lebe, wisse er, wie sich ein Leben auf der Flucht "anfühlt", attestiert ihm Mays. Sie stellt anerkennend fest, dass der Autor auch aus dieser "Auftragsarbeit Literatur" geschaffen hat und lobt, dass er die Flüchtlingsgeschichten zu "überaus berührenden Texten" verdichtet hat. Auch dort, wo er auf das eigene Schicksal zu sprechen kommt, schreibt Farah ohne jedes "Selbstmitleid", stattdessen mit Selbstironie und Humor, so Mayr begeistert, nicht ohne betonen, dass Farah damit dem Buch einige "wunderbar komische Passagen" geschenkt habe.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2003

Merklich "verstört" ist Angela Schader nach der Lektüre der Geschichten, die Nuruddhin Farrah aufgeschrieben hat. Der 1976 ins Exil gezwungene Schriftsteller aus Somalia hat in Interviews Schicksale geflohener Somalier eingefangen, die er in eine historische Skizze über das jeweilige Aufnahmeland und dessen Flüchtlingspolitik einbettet. Die Interviews habe er "weitgehend ohne Einordnung oder subjektive Wertung" geführt, so dass der Leser mit seinen Eindrücken und Urteilen allein gelassen werde. Dramatische Geschichten werden da berichtet, wie die Rezensentin eindrucksvoll belegt. Schader bemängelt zwar, dass einem keine Einführung über die Geschichte dieses Bürgerkriegslandes an die Hand gegeben würde. Aber das scheint nicht der einzige Grund zu sein, warum es schwer falle, in dem Buch "Halt und Orientierung zu finden". Sowohl in den traumatischen Erfahrungen in der Bürgerkriegssituation als auch in der Bewertung dessen, was sie im Exil erlebten, entstehe der Eindruck von "tiefster Zerrissenheit" - gegenüber der eigenen Herkunft, dem Aufnahmeland und nicht zuletzt der eigenen (verlorenen) Identität. Da tut auch die nicht besonders schmeichelhafte Charakteristik der Aufnahmeländer (hier erwähnt: die Schweiz) ihr Übriges.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren