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Klappentext
Aus dem kubanischen Spanisch von Hans-Joachim Hartstein. Rafael Morin - ein Schulkollege von Teniente Mario Conde - ist der Mann mit der blütenweißen Weste und dem perfektem Leben, in dem er immer das bekam, was er wollte ... Aber in diesem Leben gibt es verdächtige Momente, die genauer zu untersuchensich lohnt. Conde muss sich dabei auch der verlorenen Liebe zu Tamara stellen - und gleichzeitig dem Träumen und Illusionen seiner eigenen Generation.
Rezension Perlentaucher
Der Leser weiß, was der Teniente denkt, alle anderen sieht er nur von außen. Darin eingeschoben finden sich lange Monologe von Menschen, denen Conde bei den Ermittlungen begegnet. Dazu kommen seine literarischen Versuche, meist Kindheits- und Jugenderinnerungen in Ich-Form. Padura arbeitet also mit drei Typen von Perspektiven; im Einzelnen könnten es so viele Blickwinkel sein, wie Conde Leute trifft. So entsteht, Buch für Buch, eine Gesellschaft. Und mehr...
Lesen Sie mehr von Michael Schweizer in 'Mord und Ratschlag'
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2004
Zwar schielt Autor Leonardo Padura nach Ansicht von Rezensent Florian Borchmeyer mit dieser "Mischung aus Spannung, Erotik, Gesellschaftskritik und einer Spur Exotismus" ziemlich offensichtlich auf westliche Buchmärkte. Dennoch ist der Rezensent dem "ungeahnten Charme" der Titelfigur dieses kubanischen Kriminalromans erlegen, den er als "melancholischen Philip Marlowe des Marxismus-Leninismus" beschreibt. Vielleicht sei es gerade das Lavieren des Romans zwischen Kommunismus, Kommerz und Korruption, das Paduras Protagonisten einen Platz unter den Antihelden des vergangenen Jahrhunderts sichern würde. Es geht um die Geschichte eines kubanischen Vorzeigegenossen, der sich unter dem realsozialistischen Deckmantel in dunkle Devisengeschäfte und Finanzveruntreuung verstrickt. Doch der Plan, Kubas erster Yuppie zu werden, scheitere spektakulär. Gekonnt ironisch entwickele Padura seine Geschichte von sozialistischer Fäulnis und Doppelmoral innerhalb der Klischees des Detektivgenres.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2003
Hans-Jörg Neuschäfer hat diesen kubanischen Kriminalroman mit Begeisterung und mit wachsendem Erstaunen über die "Chuzpe" des Autors gelesen. Zunächst aber zollt er dem Übersetzer Hans-Joachim Hartstein seine ungetrübte Hochachtung für die gelungene Übertragung des kubanischen Spanisch ins Deutsche, das sich, wie der Rezensent betont, durch deftige Dialoge auszeichnet. Dem Übersetzer sei es gelungen, den Polizeileutnant Conde trotz seines offensichtlichen Machogehabes als "sensibel" und sympathisch zu vermitteln, lobt Neuschäfer. Was den Rezensenten aber noch viel mehr beeindruckt, ist, dass der in Kuba lebende Leonardo Padura sich nicht scheut, Kriminalität in Kuba, und dann noch in "regierungsnahen" Kreisen darzustellen. Auch wenn manches "verschlüsselt" auf die Verhältnisse in Kuba anspiele, wie beispielsweise die Schilderung der "drakonischen" Bestrafung von Schülern wegen einer Lappalie, weist es dennoch auf die kubanische Situation hin, meint Neuschäfer, der den kritischen Mut des Autors bewundert. Wenn er an diesem Roman, der auf vier Bände angelegt ist, etwas zu bemängeln hat, dann die erhebliche Zeitverzögerung, mit der der Krimi auf Deutsch erscheint. Mittlerweile, so der Rezensent bedauernd, hat das Buch nämlich schon etwas "Patina" angesetzt, schildert es doch die "Lebensbedingungen von 1989".
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