Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Christian Morgenstern
Das große Lalula
Gedichte, Szenen und Geschichten. 1 CD. Vorgetragen von Erwin Grosche und seinem Bruder Heiko Grosche
Klappentext
1 CD, Laufzeit 48 Minuten. "Wie ich gestern Abend zu Bett gegangen war und das Licht ausgelöscht hatte, überkam mich plötzlich, während mein Geist an dies und jenes dachte, eine aufs höchste beängstigende Verwunderung über mich selber ... Und ich sagte mir: In diesem Kopf da denkt es!" Und wie Christian Morgenstern dachte, kann man hier hören: Wie sich das Galgenkind die Monatsnamen merkt, Gedichte von Palmström, Korf, dem Nasobem, dem Schnupfen, dem Raben Ralf, dem Mondschaf, dem Geruchsautomaten ... Natürlich das Möwenlied ... Außerdem Schnipsel und Prosastücke wie "Der Apfelschimmel" und das Dramolett "Das Ballonhotel".
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2003
Virtuos, aber trotzdem nicht wirklich spannend findet Rezensent Tobias Lehmkuhl den Vortrag der beiden "professionellen Stimmarbeiter" Erwin und Heiko Grosche. Äußerst präzise haben die Brüder nach Ansicht des Rezensenten Morgensterns Texte artikuliert und ihr Register an Tempi und Stimmlagen für die liebenswerten, skurrilen Gedichte eingesetzt, die der Rezensent aber aus heutiger Sicht tendenziell matt und lau findet. Vom Vortrag der Texte hätte er deshalb mehr Widerstand gegen den Langweiler in Morgenstern erwartet. Doch da versagen die Brüder Grosche, bedauert Lehmkuhl, der ihren Vortrag nicht witzig, sondern allerhöchstens witzelnd findet. Auch die Auswahl ist für seinen Geschmack ein wenig unglücklich geraten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.08.2003
Vor dieser CD-Einspielung von Morgenstern-Gedichten warnt Joachim Kalka ausdrücklich. Es handle sich, kurz gesagt, um einen "Schulfall dafür, wie man Morgenstern nicht vortragen darf". Die Brüder Jochen und Heiko Grosche nämlich glauben, durch ihren Vortragsstil demonstrieren zu müssen, wie witzig die Gedichte sind, die sie sprechen - eine Verdopplung, die ins Kabarett gehört, Morgenstern aber keinesfalls gerecht wird. Reproduziert werde so, klagt Kalka, immer wieder nur der "Markenartikel 'Humor'", unter den Tisch fällt das, was den Dichter so groß machte, seine "Sprachphantasie".
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