Mit den vorliegenden Briefen und Aufsätzen liegt eine ganz eigene Einführung in das Denken Martin Heideggers vor. Denn der Religionsphilosoph Bernhard Welte wurde für Martin Heidegger zu einem der wichtigsten Gesprächspartner in seinen letzten Jahren vor seinem Tod am 26. Mai 1976. Er bat Bernhard Welte, an seinem Grab zu sprechen, eine Ansprache, die in die vorliegende Sammlung aufgenommen wurde. Welte setzte sich besonders mit der Situation des Menschen, der Obdachlosigkeit und Geschichtlichkeit menschlicher Existenz auseinander, wie Martin Heidegger sie gekennzeichnet hatte. Die Frage nach dem Nichts und nach Gott rücken immer wieder in den Vordergrund und bezeichnen einen der wichtigsten Denk-Wege Heideggers.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2003
In diesem Briefwechsel zwischen Martin Heidegger und dem Religionsphilosophen Bernhard Welte werde deutlich, dass dessen Bruch mit dem Katholizismus weniger eindeutig war, als oft angenommen wurde, stellt Ludger Lütkehaus fest. Welte, der bei der Beerdigung Heideggers "auf dessen ausdrücklichen Wunsch" die Totenrede gehalten halt, deutet Heideggers Philosophie weder "nihilistisch" noch "atheistisch", so Lütkehaus. Vielmehr schlägt er Verbindungen zum heiligen Thomas und zu Meister Eckhard, was den Rezensenten im ersten Fall mehr, im zweiten weniger überrascht. Lobend erwähnt Lütkehaus den eingehenden und vorurteilsfreien Kommentar der Herausgeber zu den "Briefen und Begegnungen".
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