Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 19.03.2010, 14.00 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Celan

Von Schwelle zu Schwelle

Werke. Tübinger Ausgabe. Vorstufen - Textgenese - Endfassung

Cover: Von Schwelle zu Schwelle

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 3518413716
ISBN-13 9783518413715
Broschiert, 141 Seiten, 34,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Herausgegeben von Jürgen Wertheimer. Bearbeitet von Heino Schmull, unter Mitarbeit von Christiane Braun und Markus Heilmann. Die 47 Gedichte "Von Schwelle zu Schwelle", entstanden zwischen 1952 und 1954, veröffentlicht 1955 bei der Deutschen Verlagsanstalt, hat Paul Celan seiner Frau Gisele gewidmet. Es ist sein erstes Buch, das ganz in Paris entstanden ist. Spürbar ist der Übergang zur mittleren Werkperiode der Gedichtbände "Sprachgitter" mit ihrer, wie Celan selbst es nannte, 'graueren Sprache', und "Die Niemandsrose": ein Übergang von der reichen Musikalität der Langverse in den früheren Gedichten zu schärfer umrissenen Formen. Anders auch als bei den späten Gedichtbänden, ihrem nahezu protokollarischen Charakter in der Bindung an kontingente zeitgeschichtliche Umstände und in der konsequenten Chronologie ihrer Anordnung, steht hier noch die gestaltende Arbeit an den Texten im Vordergrund. Für eine genetische Edition bedeutet dies, daß sich der schöpferische Weg einzelner Gedichte ebenso wie die Komposition des Bandes außergewöhnlich umfangreich dokumentieren und nachvollziehen lassen. "Von Schwelle zu Schwelle" erscheint nun in einer kritisch edierten Studienausgabe, die zu den Gedichten jeweils die wichtigsten, oft auch alle Vorstufen grafisch aufbereitet und synoptisch zum Vergleich darbietet. Den Texten sind Facsimilia, Worterklärungen und Zitatnachweise sowie Anmerkungen zu den Textzeugen und zur Entstehung beigegeben. Entstehungschronologie und Vorabdrucke werden in tabellarischer Form dokumentiert.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.07.2003

Um Paul Celans Nachlass auch auf zugänglichere Art als in der historisch-kritischen Ausgabe aufzuarbeiten, habe sich der Verlag vor ein paar Jahren schon entschlossen, berichtet Michael Ott, parallel eine kritische Lese-Ausgabe zu veröffentlichen, die sogenannte "Tübinger Ausgabe". Im vorliegenden Band seien ausgewählte "Vorstufen" von Celan-Gedichten enthalten, die aber der Anschaulichkeit halber, versichert Ott, im Paralleldruck erscheinen und mit Sachkommentaren versehen sind. Ein Verfahren, das Ott zufolge sehr gut funktioniert. Dennoch wünscht sich der Rezensent eine weitere Ergänzung durch Faksimiles. Denn die wenigen (und in mäßiger Druckqualität) beigefügten Faksimiles bewiesen, behauptet Ott, dass die ansonsten übliche "diplomatische" Darstellungsweise, das heißt unter Wahrung der graphischen Form des Originals, wenig über die tatsächlichen Manuskriptverhältnisse aussage. Celan aber hatte, weiß Ott seit der Veröffentlichung von Celans Briefen an Diet Kloos, eine gut lesbare Schrift.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Eine iranische Liebesgeschichte zensierenShahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...

Buch: Dein Gesicht morgenJavier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...

Archiv: Bücherschauen

Das wäre ja der Tod

19.03.2010: Die FAZ schwärmt vom lakonischen Witz in Tom Drurys Roman "Der Tod des Vandalismus", dem sie mit Begeisterung zu den skurrilsten Orten der amerikanischen Provinz folgt. Die Sagen der Säufer, Zocker und Loser lässt sich die FR von Clemens Meyer erzählen. Großes Lob vergibt die SZ an Andreas Schäfers Roman "Wir vier". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren