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Klappentext
Herausgegeben von Jürgen Wertheimer. Bearbeitet von Heino Schmull, unter Mitarbeit von Christiane Braun und Markus Heilmann. Die 47 Gedichte "Von Schwelle zu Schwelle", entstanden zwischen 1952 und 1954, veröffentlicht 1955 bei der Deutschen Verlagsanstalt, hat Paul Celan seiner Frau Gisele gewidmet. Es ist sein erstes Buch, das ganz in Paris entstanden ist. Spürbar ist der Übergang zur mittleren Werkperiode der Gedichtbände "Sprachgitter" mit ihrer, wie Celan selbst es nannte, 'graueren Sprache', und "Die Niemandsrose": ein Übergang von der reichen Musikalität der Langverse in den früheren Gedichten zu schärfer umrissenen Formen. Anders auch als bei den späten Gedichtbänden, ihrem nahezu protokollarischen Charakter in der Bindung an kontingente zeitgeschichtliche Umstände und in der konsequenten Chronologie ihrer Anordnung, steht hier noch die gestaltende Arbeit an den Texten im Vordergrund. Für eine genetische Edition bedeutet dies, daß sich der schöpferische Weg einzelner Gedichte ebenso wie die Komposition des Bandes außergewöhnlich umfangreich dokumentieren und nachvollziehen lassen. "Von Schwelle zu Schwelle" erscheint nun in einer kritisch edierten Studienausgabe, die zu den Gedichten jeweils die wichtigsten, oft auch alle Vorstufen grafisch aufbereitet und synoptisch zum Vergleich darbietet. Den Texten sind Facsimilia, Worterklärungen und Zitatnachweise sowie Anmerkungen zu den Textzeugen und zur Entstehung beigegeben. Entstehungschronologie und Vorabdrucke werden in tabellarischer Form dokumentiert.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.07.2003
Um Paul Celans Nachlass auch auf zugänglichere Art als in der historisch-kritischen Ausgabe aufzuarbeiten, habe sich der Verlag vor ein paar Jahren schon entschlossen, berichtet Michael Ott, parallel eine kritische Lese-Ausgabe zu veröffentlichen, die sogenannte "Tübinger Ausgabe". Im vorliegenden Band seien ausgewählte "Vorstufen" von Celan-Gedichten enthalten, die aber der Anschaulichkeit halber, versichert Ott, im Paralleldruck erscheinen und mit Sachkommentaren versehen sind. Ein Verfahren, das Ott zufolge sehr gut funktioniert. Dennoch wünscht sich der Rezensent eine weitere Ergänzung durch Faksimiles. Denn die wenigen (und in mäßiger Druckqualität) beigefügten Faksimiles bewiesen, behauptet Ott, dass die ansonsten übliche "diplomatische" Darstellungsweise, das heißt unter Wahrung der graphischen Form des Originals, wenig über die tatsächlichen Manuskriptverhältnisse aussage. Celan aber hatte, weiß Ott seit der Veröffentlichung von Celans Briefen an Diet Kloos, eine gut lesbare Schrift.
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