Bücher der Saison
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Klappentext
Mit einer Einleitung von Joseph Kardinal Ratzinger. Im Alter von 82 Jahren blickt der Papst zugleich zurück und voraus und wählt dazu die Form der Dichtung. Ein Triptychon ist ein Altarbild mit einer großen Mitteltafel und zwei kleineren Seitentafeln. So ist auch dieses Werk aufgebaut: Der erste Teil reflektiert ein Staunen über das Dasein. Der große Mittelteil meditiert Fresken von Michelangelo an der Schwelle zur Sixtinischen Kapelle, also dort, wo die Päpste gewählt werden. Der dritte Teil erinnert an Abraham aus Ur im heutigen Irak. Die biografischen Bezüge sind unübersehbar: der naturliebende junge Priester; der Papst und seine Verantwortung; schließlich der alte Mann, der darauf hofft, dass Gott zur rechten Zeit handelt. In Rom darf nur einer über den Tod des Papstes sprechen: der Papst. Er tut es hier in seinem Nachdenken über Werden und Vergehen und über den Sinn des Lebens.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2003
Für Gustav Seibt schließt sich in diesen Meditationen über Kunst und Glauben von Papst Johannes Paul II. ein "großer Kreis der menschlichen Kultur". Denn indem der Papst die Kunst als "irdische Form der Ebenbildlichkeit", nach der Gott die Menschen geschaffen hat, versteht, wird sie für ihn zum "Gleichnis", erklärt der Rezensent. Er würdigt das Buch, dass sich unter anderem auf die Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle bezieht, als "kühne Theologie von Kunst" und lobt sie als "denkbar einfache", dabei "denkbar tiefsinnige" Darlegung jener von Kardinal Ratzinger so benannten "Logosreligion", in der sich Religion und "philosophische Spekulation" treffen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003
Voller Ehrfurcht nähert sich Karl Kardinal Lehmann diesem Gedichtband des Papstes, wobei es nicht feste Glaubenssätze und klare Bekenntnisse sind, die Lehmann Bewunderung abverlangen, sondern die Demut, mit der der oberste Hirte "als Mensch unter Menschen" erzählt. Die Natur, die Kunst und die Heilige Schrift bilden die drei Motive dieses poetischen Triptychons, an dessen Anfang jedoch das Staunen steht, wie Lehmann betont, ein schlichtes Staunen. "Unaufdringlich, fragend, demütig" findet Lehmann diese Poesie, und deshalb um so nachdrücklicher, denn der Papst betreibe mitnichten "l'art pour l'art", meint Lehmann. Im Gegenteil scheinen immer wieder gegenwärtige Fragen durch: die Verantwortung gegenüber der Schöpfung, der interreligiöse Dialog und selbst der Irak-Krieg. So schließt Lehmann: "Der Reichtum eines großen biblischen und philosophischen Erbes scheint darin auf, aber auch der Reichtum eines langen Menschenlebens. Es lohnt sich, diesen Bilderreichtum zu entdecken."
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