Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 18.03.2010, 14.54 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Johannes Paul II.

Römisches Triptychon

Meditationen

Cover: Römisches Triptychon

Herder Verlag, Freiburg 2003
ISBN-10 3451282445
ISBN-13 9783451282447
Gebunden, 64 Seiten, 14,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit einer Einleitung von Joseph Kardinal Ratzinger. Im Alter von 82 Jahren blickt der Papst zugleich zurück und voraus und wählt dazu die Form der Dichtung. Ein Triptychon ist ein Altarbild mit einer großen Mitteltafel und zwei kleineren Seitentafeln. So ist auch dieses Werk aufgebaut: Der erste Teil reflektiert ein Staunen über das Dasein. Der große Mittelteil meditiert Fresken von Michelangelo an der Schwelle zur Sixtinischen Kapelle, also dort, wo die Päpste gewählt werden. Der dritte Teil erinnert an Abraham aus Ur im heutigen Irak. Die biografischen Bezüge sind unübersehbar: der naturliebende junge Priester; der Papst und seine Verantwortung; schließlich der alte Mann, der darauf hofft, dass Gott zur rechten Zeit handelt. In Rom darf nur einer über den Tod des Papstes sprechen: der Papst. Er tut es hier in seinem Nachdenken über Werden und Vergehen und über den Sinn des Lebens.

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2003

Für Gustav Seibt schließt sich in diesen Meditationen über Kunst und Glauben von Papst Johannes Paul II. ein "großer Kreis der menschlichen Kultur". Denn indem der Papst die Kunst als "irdische Form der Ebenbildlichkeit", nach der Gott die Menschen geschaffen hat, versteht, wird sie für ihn zum "Gleichnis", erklärt der Rezensent. Er würdigt das Buch, dass sich unter anderem auf die Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle bezieht, als "kühne Theologie von Kunst" und lobt sie als "denkbar einfache", dabei "denkbar tiefsinnige" Darlegung jener von Kardinal Ratzinger so benannten "Logosreligion", in der sich Religion und "philosophische Spekulation" treffen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003

Voller Ehrfurcht nähert sich Karl Kardinal Lehmann diesem Gedichtband des Papstes, wobei es nicht feste Glaubenssätze und klare Bekenntnisse sind, die Lehmann Bewunderung abverlangen, sondern die Demut, mit der der oberste Hirte "als Mensch unter Menschen" erzählt. Die Natur, die Kunst und die Heilige Schrift bilden die drei Motive dieses poetischen Triptychons, an dessen Anfang jedoch das Staunen steht, wie Lehmann betont, ein schlichtes Staunen. "Unaufdringlich, fragend, demütig" findet Lehmann diese Poesie, und deshalb um so nachdrücklicher, denn der Papst betreibe mitnichten "l'art pour l'art", meint Lehmann. Im Gegenteil scheinen immer wieder gegenwärtige Fragen durch: die Verantwortung gegenüber der Schöpfung, der interreligiöse Dialog und selbst der Irak-Krieg. So schließt Lehmann: "Der Reichtum eines großen biblischen und philosophischen Erbes scheint darin auf, aber auch der Reichtum eines langen Menschenlebens. Es lohnt sich, diesen Bilderreichtum zu entdecken."

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Meine Straße war die WeltJuan Jose Millas: Meine Straße war die Welt
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar. In "Als die Welt Kind war" erzählt Juan Jose Millas von dem ...

Buch: Kleines morgendliches VerbrechenGeorgi Gospodinov: Kleines morgendliches Verbrechen
Aus dem Bulgarischen von Valeria Jäger, Uwe Kolbe und Alexander Sitzmann. Dieser erste deutsche Auswahlband ...

Archiv: Bücherschauen

Dichtung und Tischtennis

18.03.2010: Als tieftraurig und hochkomisch zugleich preist die SZ Jan Faktors Roman mit dem Monster-Titel "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag". Die FR lobt den Roman ebenfalls, aber mit Vorbehalten gegen seine Lustigkeit. Hingerissen ist sie auch von Nicholson Bakers Lyriker-Roman "Der Anthologist". Die FAZ schwärmt von Hans-Ulrich Treichels Berliner Heimatlosigkeitsroman "Grunewaldsee". Für die heute erschienene Literaturbeilage der Zeit werden wir noch ein paar Tage brauchen.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren