Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Virilio

Information und Apokalypse

Die Strategie der Täuschung

Cover: Information und Apokalypse

Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN-10 3446198601
ISBN-13 9783446198609
broschiert, 198 Seiten, 18,41 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Französischen von Bernd von Wilczek. Zwei Essays, einer vor und einer nach dem Kosovo-Krieg geschrieben. Die Satellitenbilder im Fernsehen suggerierten einen unbestechlichen Blick, lieferten aber keineswegs eindeutige Daten über die Lage in Serbien und im Kosovo. Information als Apokalypse denkt die Möglichkeiten der Informationstechnologie zu Ende - bis zu jenem Punkt, an dem sich die Wirklichkeit in vernetzten Rechnern verflüchtigt und die politische Macht jenen zufällt, die über diese Netze herrschen. Die Strategie der Täuschung erklärt, wie und mit welchen Konsequenzen sich diese Prognose im Kosovo-Krieg erfüllte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.06.2000

Hans-Jürgen Heinrich bespricht das Buch zusammen mit Boris Groys` "Unter Verdacht - eine Phänomenologie der Medien" (Carl Hanser Verlag.
1) Boris Groys: "Unter Verdacht"
Soweit man die etwas geschraubte und abstrakte Besprechung des Rezensenten versteht, entwickelt Groys in seinem Buch eine Psychologie des Verdachts, die von den Medien vorangetrieben und durch einen Austausch der Zeichen immer neu in Szene gesetzt werde. Heinrichs bemängelt dabei, dass Groys so sehr mit der Übertragung einer ethnologischen Begrifflichkeit auf die Medienwelt beschäftigt sei, dass er es vergesse, bestimmte Phänomene wie etwa die "Event-Kultur" zu analysieren. Dabei findet Heinrichs gerade den Begriff des Verdachts für eine solche Analyse geeignet.
2) Paul Virilio: "Information und Apokalypse"
Virilios Buch deutet Heinrichs eher als eine etwas einzelgängerische Polemik gegen "wissenschaftliche Spitzenleistungen", die das eigentliche Kriterium der Wissenschaft - nämlich den "Auftrag, dem Menschen und dem Leben zu dienen" - längst aus den Augen verloren hätte. Unter anderem macht Virilio nach Heinrichs` Skizze seiner Gedankengänge dafür die unrettbare Verquickung moderner Wissenschaft mit der "Todes-", also der Kriegswissenschaft verantwortlich.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2000

In einer Kurzkritik weist der Rezensent mit dem Kürzel "lx." vor allem auf Virilios Analyse der Bedeutung der Medien in den jüngsten kriegen hin. Nicht die herkömmlichen Waffen seien heute für den Ausgang des Krieges entscheidend, sondern der "Krieg der Wellen", die Eroberung der Deutungshoheit in den Medien. Diese in dem Essay "Strategie der Täuschung" These finde in dem zweiten und namengebenden Essay des Bandes, "Information und Apokalypse", eine weitere Ausführung.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus
Anzeige
Hanser bei Facebook

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren