Aus dem Englischen von Kathrina Förs, Gabriele Förs, Rita Seuß. Viele Frauen kennen sie genau: die zerstörerische Gewalt der heimlichen Aggressionen, der sie in ihrer Jugend als Opfer ausgesetzt waren - oder an die sie sich als frühere "Täterin" mit schlechtem Gewissen erinnern. "Mädchen machen vieles hinter dem Rücken der anderen, bei Mädchen gibt es eine Bösartigkeit, die bei Jungs nicht vorkommt". Eltern und Lehrer wissen meist nichts von dieser geheimen Welt der Aggressionen. Und die Opfer wagen nicht, sich Erwachsenen anzuvertrauen - denn sie fürchten den Verlust der Freundschaft und der Anerkennung durch die Clique mehr als die Quälereien durch ihre "besten Freundinnen". "Gute Mädchen" sind stets "nett" und freundlich; Aggressionen gelten als "unweiblich" - in diesem Erziehungsideal sieht Rachel Simmons die Ursache für die indirekten Aggressionen der Mädchen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.06.2003
Annette Mentrup ist sehr beeindruckt von diesem Psychogramm scheinbar netter, in Wirklichkeit aber hinterhältiger und grausamer Mädchen. Die Aggressionshemmung, die zu anderen, viel subtileren Boshaftigkeiten führt, rührt ihrer Meinung nach aus dem Umstand, dass perfekte Mädchen scheinbar perfekte Beziehungen unterhalten müssen. Doch in Wahrheit tobt ein Krieg "um Macht, um Status, um Beliebtheit". Simmons beschreibt nicht nur, "sondern leitet konstruktiv und praktisch nachvollziehbar zu deren Lösung an. Erklärt, warum ein Kind Hemmungen hat, sich anzuvertrauen, warum es sich für das ihm Angetane schämt, warum es nichts mehr fürchtet als den Verlust auch der zerstörerischsten Freundschaft." Mentrup hat dieses Buch offenbar mit großer Sympathie für die Opfer weiblicher Heimtücke und die Autorin gelesen.
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