Neben Meisterwerken der Moderne um 1930 wie dem Shell-Haus in Berlin und dem Kaufhaus Michel in Wuppertal schuf Fahrenkamp auch die traditionalistische Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei in Kronenburg/ Eifel von 1937. Die erste Monografie über Fahrenkamp stellt seine Arbeiten und das Umfeld mit seiner wohlhabenden Auftraggeberschaft des eher konservativen Bürgertums aus Industrie und Handel vor. Leben und Werk des Architekten spiegeln über seine architekturhistorische Bedeutung hinaus exemplarisch die bürgerlich-konservativen Traditionen und Verstrickungen in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Der Katalog bildet eine detaillierte Materialsammlung mit rund 200 Objekten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.06.2003
"Anschaulich und fundiert", lobt der Rezensent mit dem Kürzel "jtz.", führe Christoph Heuter mit diesem Buch in das umfangreiche Werk des erfolgreichen Architekten Fahrenkamp ein, und zeige dessen geschäftliche und private Kontakte auf. Berücksichtigt werden dabei, erfährt der Leser, sowohl Fahrenkamps Etablierung im Nationalsozialismus als auch sein "Neuanfang" in der Nachkriegsmoderne. Die zentrale These, die der Autor dabei verfolgt, so erfahren wir, lautet, dass Fahrenkamp zahlreiche Anregungen durch andere "in eigenständige Lösungen" einbezog. An einem der bekanntesten Beispiele für Fahrenkamps Schaffen, dem Shell-Haus am Berliner Landwehrkanal, zeige Heuter so etwa, dass der Architekt hier Elemente von Entwürfen Erich Mendelsohns und der Brüder Luckhardt aufgriff. Fahrenkamps Leistung liegt nach Ansicht des Autors also stets, wie der Rezensent aus dem besprochenen Band zitiert, "nicht in der Erfindung der konstituierenden Elemente" sondern "in der Komposition im wörtlichen Sinn".
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